Handlungsorientiertes Lernen im (Fach-)Unterricht

 

Nicht jede Aktivität ist „Handeln“. Aktionismus schadet einer bewussten Methodenwahl.

 

Handeln

           geht von einem handelnden Subjekt aus,

           ist intentional und zielgerichtet,

           will eine (fachspezifische) Problemstellung, eine Aufgabenstellung bewältigen,

           ist methodenorientiert: Konzepte, Strategien, Raum, Zeit, Verfahren und Begriffe spielen eine Rolle,

           ist prozessorientiert: die Wahlmöglichkeiten aus alternativen Wegen und die Entscheidungsfindung spielen eine  

   Rolle,

           wird individuell oder kooperativ geleistet,

           kann körperlich oder/und mental erfolgen

           schließt den Gebrauch von Mitteln ein: Texte, Medien, Gegenstände, ...

           strebt ein Ergebnis, oft ein Produkt an,

           kann auch spielerisch sein,

           kann den „Ernstfall“ simulieren,

           kann so eine Lernform sein.

 

 

 

Elemente und Situationen handelnden Lernens

 

a)   Spielen und Lernen: Lernspiel, Rollenspiel, Planspiel

b)   Erkunden und Erforschen: ggf. Schule verlassen - Informationen aktiv beschaffen - Vorbereiten, durchführen, dokumentieren - Auswerten

c)   Herstellen und Verwenden: Entwerfen, herstellen, gebrauchen

d)   Erfahren und Erleben: (im Zusammenhang mit den anderen Vorgängen)

e)   Probieren und Studieren: Ohne vorgegebene Anleitung eine Sache oder ein Verfahren ausprobieren und beobachten

f)    Zusammen Arbeiten und Kommunizieren: In der Gruppe oder Klasse gemeinsam planen und ausführen - Besprechen von Unterrichtserfahrungen, Konflikten usw.

g)   Phantasieren und Experimentieren: Kreative Aufgaben selbständig lösen

h)   Tätigsein und Verantworten: Freie Arbeitsphasen - offener Unterricht - individuelle Arbeitspläne (Freinet) und Selbstkontrolle der Schüler - Mitarbeit an Projekten - soziale Einrichtungen der Schule in Schülerverwaltung

i)    Eingreifen und Verändern: Handlungsbedarf wahrnehmen und entsprechend handeln (innerhalb oder außerhalb der Schule)

j)    Klassenreise und Schulleben: Selbst (mit-)planen, organisieren, durchführen

 

Möglichkeiten der Lernkontrolle

 

(1) Auswertung des Unterrichts, auch (und besonders) der offenen Handlungsphasen

 - durch Schüler oder durch die Lehrkraft gemeinsam mit den Schülern

(2) Prüfung des Lerngewinns bei Schülerinnen und Schülern:

 - am Produkt oder Handlungsergebnis,

 - an Äußerungen der Schüler und Schülerinnen (z. B. in einem Bericht),

 - mit Einbeziehung von Inhalten des handlungsorientierten Unterrichts in die üblichen Lernkontrollen

(3) Individualisierende Methoden:

 - Fragenkatalog(zu Beginn der UE verteilt), Fragebogen (nachträglich)

 - Protokolle, schriftliche Berichte, gefilmte Teile, sonstige Dokumente

 - Auswertungsgespräche; „Expertenbefragung“ (individuell)

(4) Kooperative Auswertungen und Lernkontrollen:

 „Expertenbefragung“ in Gruppen

 - gemeinsame Ausarbeitung eines Tests

 - (zeitweise) Kooperation bei Klassenarbeiten zulassen, z.B. Phasen des Ideenaustauschs oder gegenseitiger Befragung am Anfang; gegenseitige Korrekturhilfen während oder nach der hauptsächlichen Arbeitszeit

 - gemeinsam von Schülern und Schülerinnen auszuführende Protokolle, Lerntagebücher, Berichte,

 Dokumentationen usw.

 - schriftliche Prüfungsarbeiten, die Teil von Unterrichtsmaterialien werden können, z. B. als Protokoll,

 Dokumentation, Lernmaterial usw.

(nach: Herbert Gudjons, Handlungsorientiert lehren und lernen. Schüleraktivierung, Selbsttätigkeit, Projektarbeit.

Klinkhardt, Bad Heilbrunn/Obb. 1991, 3. Aufl. 1992. /aus: Müller, Ulrich: Rezepte oder Theorien?

In: Mitt.d.BAK d. Sem.u.Fachleiter e.V. 3-4/1994, 119)

 

ergänzt:  © G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de