Die Tütenwaage - Grammatikunterricht fachübergreifend


Die Tütenwaage - auf die Sprache fokussieren (Jg. 7) (Skizze)

Unterrichtsbeispiel: Beschreiben und Erklären von Experimenten

Gliedsätze: Konditionalsatz, Kausalsatz, Finalsatz und Konsekutivsatz

1. Experiment: stumm vorgeführt

 

2. Auswertung:

Lehrer führt begleitend Tafel-  oder Folienprotokoll

Schüler spontan:  Beschreiben / Begründen:

Wir knoten die lange Schnur in der Mitte des Bambusstabes fest, damit der Stab in der Waage schwebt.

Erklären / Begründen:

Die Tüte A steigt, wenn man die Kerze darunter hält. Die Luft steigt auf, weil sie erhitzt ist. Wenn A steigt, sinkt B, da ...

3. Fokussierung:

Anleitung zum Rückblick auf die Erklärungen und Blick auf die Mitschrift:

 

L: Jetzt halten wir einmal ein. Wie sind wir vorgegangen?

a) Wovon haben wir gesprochen?     L/S:    Handlungen, Vorgänge, Absichten,

Ursachen, Bedingungen, Folgen...

b) Wie haben wir das ausgedrückt?   L/S:  (am Beispiel)

                                                   Die Tüte A steigt, wenn man die Kerze darunter hält.

4. Reflexion:

Schüler beobachten die inhaltliche Seite des Beispiels und ordnen „Vorgang + Bedin­gung“ zu. Sie beobachten die entsprechende syntaktische Gliederung und entwickeln die Begriffsbildung:

Die Tüte A steigt,

wenn man die Kerze darunter hält.

Vorgang

Bedingung

Hauptsatz

Gliedsatz

Aussagesatz

Bedingungssatz

 

Konditionalsatz

5. Festigung und Übung, Fortsetzung der Reflexion:

Schüler untersuchen weitere Beispiele - Ausweitung auf die anderen Gliedsatzarten, Einführung der Phänomene und Begriffe

6. Anwendung an weiteren Experimenten.

 


Aus Schülertexten - Darstellung und Sprache beobachten:

 A) Wenn man die Kerze angezündet hat, hält man die Schnur, die in der Mitte des Bambusstabes angebracht ist, fest. Wenn beide Tüten auf gleicher Höhe hängen, geht man mit einer der beiden Tüten etwa 10 cm über die Kerze. Man bewegt die Kerze vorsichtig, damit die Tüte kein Feuer fängt. Plötzlich beginnt die Tüte, die über der Kerze ist, nach oben zu schweben, und die andere Tüte, die nicht über der Kerze ist, geht langsam hinunter.

 B) Die Tüte B geht hoch, weil die warme Luft der Kerze leichter ist als kalte Luft. Denn die warme Luft steigt nach oben. Wenn warme Luft in eine der Tüten kommt, drückt die Luft die Tüte nach oben.

 C) Man zündet zuerst eine Kerze an, damit der Versuch überhaupt funktioniert. Man faltet zwei kleine Tüten auseinander. Jetzt hält man den Stab waagerecht oben an der mittleren Schnur fest. Danach halte man Tüte B ca. 10 cm über die brennende Kerze. Man wartet 10 Sekunden. Danach mache man das gleiche mit Tüte A.

 D) Weil die Luft in der Papiertüte erhitzt wird, dehnt sie sich aus. Dadurch wird sie dünner und leichter als die sonstige Luft. Da sie jetzt leichter ist, steigt sie nach oben und hebt die Tüte hoch. Die andere Tüte, in der sich schwerere Luft befindet, sinkt nach unten.

1  Sammelt jeweils Beispiele für beschreibende Sätze sowie für erklärende Sätze.

2  Untersucht, was alles die Schüler zu erklären versuchen. - Wo findet ihr zutreffende Erklärungen?

3  Woran erkennt man erklärende Sätze?


 Gliederung einer Versuchsbeschreibung:

 

1. Versuchsaufbau:

         alles, was man benötigt - wie und wozu man es so aufbaut

 

2. Durchführung des Versuchs und Beschreibung aller Beobachtungen:

         alle Handlungen und Vorgänge in der Reihenfolge, wie sie zu sehen sind

 

3. Versuchsfrage:

          man stellt eine Frage zur Erklärung des auffälligsten Vorgangs

 

4. Erklärung des Versuchs:

        warum der Versuch so vor sich ging: Ursachen und Gründe - wie man sich den auffälligsten Vorgang  erklären kann - Vorwissen anwenden - weiterforschen...

Ein naturwissenschaftlicher Versuch ist jederzeit unter denselben Bedingungen in gleicher Weise wiederholbar Präsens

1  Fertigt eine Versuchsbeschreibung an.


A) Wenn man die Kerze angezündet hat, hält man die Schnur, die in der Mitte des Bambusstabes angebracht ist, fest. Wenn beide Tüten auf gleicher Höhe hängen, geht man mit einer der beiden Tüten etwa 10 cm über die Kerze. Man bewegt die Kerze vorsichtig, damit die Tüte kein Feuer fängt. Plötzlich beginnt die Tüte, die über der Kerze ist, nach oben zu schweben, und die andere Tüte, die nicht über der Kerze ist, geht langsam hinunter.

 B) Die Tüte B geht hoch, weil die warme Luft der Kerze leichter ist als kalte Luft. Denn die warme Luft steigt nach oben. Wenn warme Luft in eine der Tüten kommt, drückt die Luft die Tüte nach oben.

 C) Man zündet zuerst eine Kerze an, damit der Versuch überhaupt funktioniert. Man faltet zwei kleine Tüten auseinander. Jetzt hält man den Stab waagerecht oben an der mittleren Schnur fest. Danach halte man Tüte B ca. 10 cm über die brennende Kerze. Man wartet 10 Sekunden. Danach mache man das gleiche mit Tüte A.

 D) Weil die Luft in der Papiertüte erhitzt wird, dehnt sie sich aus. Dadurch wird sie dünner und leichter als die sonstige Luft. Da sie jetzt leichter ist, steigt sie nach oben und hebt die Tüte hoch. Die andere Tüte, in der sich schwerere Luft befindet, sinkt nach unten.

Satzarten unterscheiden: Satzgefüge, Gliedsätze, Art der Adverbialsätze 


Weitere Stunden:

s. Experiment "Hochwasser" - Stundenentwurf


Was und wie lernen die Schülerinnen und Schüler?

Deutsch in der Sekundarstufe I:  Reflexion über Sprache

 didaktisch-methodische Prinzipien:

Umgang mit Texten

Textproduktion

Sprachreflexion / Grammatik

Sachtexte

kommunikative Situationen

Versuchsbeschreibung

beschreibende und erklärende Sätze

Satzgefüge - Gliedsätze:

Konditionalsatz, Kausalsatz, Konsekutivsatz, Finalsatz

 

Inhalts- / Sachebene: - Wie funktioniert der Vorgang in der Natur, im Leben...?

Sprachebene:              -Wie funktioniert hier die Sprache?

 

 - Schülerinnen und Schüler können etwas tun und beobachten

- und dabei sprechen, schreiben und reflektieren

  

 Experimente Formulierungen sprachliche Formen Fachbegriffe

 

 

- Gliedsätze benötigt man beim Formulieren von Erklärungen

- erklärende Formulierungen braucht man bei u.a. Versuchsbeschreibungen

  

 

Fähigkeiten im Fach Deutsch haben mit anderen Fächern zu tun: Versuchsbeschreibung - beschreiben und erklären


 

Lesen - experimentieren - darüber sprechen   Jg. 5 - 7

Mit Experimentierbüchern Kinder (10-12 Jahre) für die Naturwissenschaften und das Lesen interessieren:

Hans Jürgen Press: Spiel, das Wissen schafft.  Ravensburger Buchverlag (Februar 1995).
Gebundene Ausgabe, 248 Seiten - 9,95 €

Hermann Krekeler, Marlies Rieper-Bastian: Spannende Experimente. Naturwissenschaft spielerisch erleben. Ravensburger Buchverlag (Februar 2000). Gebundene Ausgabe - 127 Seiten -  9,95 €

Gisela Lück, Christian Demski: Leichte Experimente für Eltern und Kinder. Freiburg: Herder Spektrum. 8,90 €

Neil Ardley, David Burnie: Spannende Experimente aus Natur und Technik. Über 200 tolle Experimente für drinnen und draußen. Loewe Verlag 1996. 20,00 €

Christoph Biemann: Christophs Experimente. (Ab 10 J.).  Hanser (September 2003) - 16,90 €

Francois Aulas, Jean-Paul Dupre, Anne-Marie Gibert: Erstaunliche Experimente. Spielerisch Wissen entdecken. (Ab 10 J.). -  Orbis (Juli 2003) Broschiert -  7,95 €

Annette Utz, Jörg Martin: Verblüffende Experimente. Gebundene Ausgabe - 127 Seiten - Weltbild - 8,64 €

Judith Hann: Spannendes aus Wissenschaft und Technik. München: Kaleidoskopverlag 1999. Sonderausgabe: 10,00 €

Rainer Köthe, Peter Friedl: 175 Experimente aus Physik, Chemie, Biologie. Tessloff (Februar 2001)   12,90 €

Michael Faraday: Naturgeschichte einer Kerze. Vorlesungen über Chemie für die Jugend. 1860.

Reprint - Hg.: Peter Buck - Bad Salzdetfurth: Franzbecker 1979


vgl.: Deutschbuch - Arbeitsbuch für Klasse 7 des Gymnasiums - Cornelsen 1998

Kapitel 8: Experimente mit der Natur - Gliedsätze verwenden

 

 

© www.fachdidaktik-einecke.de