Lernen an Stationen: Grammatik - "Nomen" - Jg. 5 - Seminar Lörrach 1997

http://seminar-loerrach.stepnet.de/folder/textdata/Plp/Deutsch/Huber/huber1.htm

  1. Untersuchen Sie die Lernziele und rekonstruieren Sie die fachliche Begründung für die Notwendigkeit dieses Lernvorgangs.

  2. Klären Sie das sprachdidaktische Konzept, auf dem diese Stunde beruht.

  3. Erläutern Sie das Methodenkonzept.

  4. Erörtern Sie, ob und inwiefern diese Stunde einen Beitrag zur "Reflexion über Sprache" leistet: Worüber wird reflektiert - könnte reflektiert werden?


 

Ausführlicher Unterrichtsentwurf für die Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen im Fach Deutsch

Klasse: 5a
Fach: Deutsch
Datum: 18.04.1997

Thema der Stunde: Lernen an Stationen

- Substantive - zusammengesetzte Namenwörter

vorgelegt von: Alexandra Huber

Inhalt

1. Ausgangssituation der Klasse S. 1

1.1. Situation der Klasse S. 1

1.2. Das Thema und die Kinder S. 4

2.Das Thema und ich als Lehrerin S. 5

3. Das Thema und der Bildungsplan S. 6

3.1. Allgemeiner Erziehungs- und Bildungsauftrag S. 6

3.2. Jahrgangsplan Deutsch S. 7

4. Das Thema und die Ziele in dieser Unterrichtsstunde S. 8

4.1. Erzieherische Ziele S. 8

4.2. Fachliche Ziele S. 8

5. Das Thema als Unterrichtsgegenstand S. 9

6. Material S. 13

7. Verlaufsplanung S. 17

8. Literatur S. 18

Anhang:

Brief des Opas

Laufzettel


1. Ausgangssituation der Klasse

1.1 Situation der Klasse
Die Klasse 5a der XXXX besteht aus 24 Kindern, 14 Jungen und 10 Mädchen. Die Kinder fühlen sich wohl in der Klasse und auch in der Schule. Viele von ihnen haben zum ersten Mal schulische Erfolgserlebnisse und gewinnen dadurch zunehmend Spaß am Unterricht. Die meisten Schüler sind sehr begeisterungsfähig, motiviert und arbeiten gerne aktiv im Unterricht mit.

Obwohl momentan entwicklungsbedingt die Freundschaften noch häufiger wechseln, besteht doch eine gute Klassengemeinschaft. Es gibt weder Außenseiter noch besonders verhaltensauffällige Kinder in der Klasse.

Der Umgang der Schüler untereinander ist in der Regel im Unterricht freundlich. Sie helfen sich gegenseitig gerne, und auch Kritik an Textproduktionen wird fast immer positiv eingeleitet.

Unter diesen Umständen bereitet mir der Unterricht mit dieser Klasse natürlich sehr viel Freude. Hinzu kommt, dass sich die Zusammenarbeit mit den Eltern als sehr erfolgreich erweist, was sich auch positiv auf die Atmosphäre in der Klasse auswirkt.

Acht Kinder haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, beherrschen diese aber so weit, dass sie dem Unterricht gut folgen können. Auffällig werden diese Probleme vor allem bei Aufsätzen.

Auf einige persönliche Schwierigkeiten einzelner Schüler möchte ich im Folgenden eingehen:

Entwicklungsbedingt lässt die Zusammenarbeit von Jungen und Mädchen zu wünschen übrig. Auch wenn die Kinder bei normaler Sitzordnung gemischt sitzen, wählen sie immer gleichgeschlechtliche Arbeitspartner. Besonders im Stuhlkreis fällt auf, dass Jungen und Mädchen häufig jeweils einen Halbkreis bilden. In solchen Situationen lockere ich die Sitzordnung durch ein kurzes Spiel auf. Bei Gruppenarbeiten achte ich immer darauf, dass möglichst in jeder Gruppe Jungen und Mädchen arbeiten.

Normalerweise stehen die Tische in U-Form, welche durch weiter Tische aufgefüllt ist. Um Zeit zu sparen, haben die Kinder bereits am Vortag Gruppentische gebildet.

1.2. Das Thema und die Kinder
Die meisten Schüler der Klasse 5a haben große Probleme hinsichtlich der Rechtschreibung. Besonders auffällig ist die Fehlerhäufigkeit in Bezug auf die Groß- und Kleinschreibung. Aufgrund dieser Schwierigkeiten lege ich sehr viel Wert darauf, dass die Schüler lernen Wortarten zu erkennen, um Fehler in der Orthographie zu vermeiden. Den Kindern fällt es offensichtlich leichter ein Adjektiv oder ein Verb zu erkennen als ein Substantiv. Die deutschen Übersetzungen "Wiewort" und "Tunwort" vermitteln den Kindern bereits eine Vorstellung der Eigenschaften der entsprechenden Wörter, während der Begriff "Hauptwort" wesentlich abstrakter ist. Das Wiewort sagt etwas darüber aus, wie etwas ist, das Tunwort beinhaltet was jemand tut, aber das Hauptwort lässt zunächst keine Assoziation zu und ist daher für die Kinder schwerer zuzuordnen.

Für ein Drittel meiner Schüler ist Deutsch nicht die Muttersprache. Diese Kinder haben auch häufig Schwierigkeiten, den richtigen Artikel zu einem Substantiv zu finden. Gerade bei zusammengesetzten Substantiven stellt sich für diese Schüler die Frage, welches der Wörter maßgeblich für den Artikel ist. Sie sollen entdecken und üben, dass zusammengesetzte Substantive aus einem Bestimmungswort und einem Grundwort bestehen, und dass letzteres den Artikel festlegt.

Wenn die Schüler anhand der zusammengesetzten Substantive die Unterscheidung von Bestimmungswort und Grundwort lernen, erleichtert ihnen dieses Wissen später das Verständnis für Komposita verschiedener Wortarten, bei welchen das Grundwort letztendlich die Wortart bestimmt.

2. Das Thema und ich als Lehrerin
Obwohl mir die deutsche Grammatik als Schülerin nicht lag, unterrichte ich in der Zwischenzeit sehr gerne gut strukturierbare grammatische Themenbereiche. Besonders die Wortarten liegen mir am Herzen, da deren Erkennen den Schülern hilft, Fehler bei der Groß- und Kleinschreibung zu vermeiden.

Bei der Aufbereitung des Themas "Zusammengesetzte Substantive" ging es mir wieder wie schon oft bei grammatischen Themen: Eine ungefähre Vorstellung entwickelte sich durch das Lesen der fachlichen Hintergründe zu größerem Interesse.

Das Lernen an Stationen als eine offene Unterrichtsform liegt mir sehr. Als Bastlerin und Tüftlerin stelle ich gerne Unterrichtsmaterial her, vor allem aber bin ich von den Möglichkeiten überzeugt, die diese Unterrichtsform den Schülern in Bezug auf den Erwerb von Schlüsselqualifikationen bietet. Nur in der Gruppenarbeit habe ich die Kinder dieser Klasse bisher so selbständig und ausdauernd erlebt wie beim Lernen an Stationen. Sie kommunizieren und kooperieren miteinander, helfen sich gegenseitig, übernehmen Verantwortung für sich selbst und andere, bringen eigene Ideen ein und haben auch Spaß am Umgang mit dem Unterrichtsstoff.

Im Erziehungs- und Bildungsauftrag wird auch auf die nach sachlogischen und ästhetischen Gesichtspunkten gestaltete Heftführung hingewiesen. Um den Schülern diesbezüglich Vorbild zu sein, achte ich nicht nur auf ein strukturiertes Tafelbild, sondern auch im Lernzirkel auf sachlogisches, ästhetisch ansprechendes und motivierendes Material.


3. Das Thema und der Bildungsplan

3.1. Allgemeiner Erziehungs- und Bildungsauftrag
Offene Unterrichtssituationen eignen sich in besonderem Maße, "Fähigkeiten wie selbständiges Erfassen und eigenständiges Lösen von Aufgaben, Kommunikation und Kooperation mit gegenseitiger Hilfe, Anwendung von Lerntechniken und -methoden vorwissenschaftlichen Arbeitens, sowie Verantwortungsbereitschaft" zu vermitteln. Diesen Forderungen des Erziehungs- und Bildungsauftrages kommt der Lernzirkel entgegen. Die Schüler haben freie Wahl in Bezug auf das Arbeitsangebot, die Arbeitspartner und die Arbeitszeit. Sie müssen anhand schriftlicher Arbeitsanweisungen die Aufgabenstellung erfassen und diese mit einem Partner oder in der Gruppe lösen. Hierbei üben die Kinder zu kommunizieren und zu kooperieren. Sie helfen sich gegenseitig, lernen dabei sowohl anderen zu helfen und damit auch Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen, als auch Hilfe anzunehmen. Vielfältige, vorwiegend handlungsorientierte Lern- und Übungsformen bieten den Schülern unterschiedliche, zum Teil bekannte Lerntechniken und Lernmethoden an. Durch die Selbstkontrolle lernen sie Verantwortung für ihr eigenes Tun zu übernehmen.

Der Erziehungs- und Bildungsauftrag fordert auch, dass die Jungen und Mädchen "zu kooperativem Umgang miteinander angehalten werden" sollen. Wie ich bereits in der Darstellung der Klassensituation beschrieben habe, arbeiten die Jungen und Mädchen entwicklungsbedingt nicht gerne zusammen. Ich achte jedoch im Unterricht immer darauf, dass die Kinder partnerschaftlich miteinander umgehen, dass sich Jungen und Mädchen in Gesprächssituationen gegenseitig aufrufen und lasse sie im Stuhlkreis oder an Gruppentischen gemischt sitzen. Im Lernzirkel ergeben sich diese Situationen durch den zeitlich differenzierten Wechsel der Stationen immer wieder automatisch.


3.2. Jahrgangsplan Deutsch
Das Thema "Zusammengesetzte Substantive" ist im Arbeitsbereich 3 "Sprachbetrachtung und Grammatik" des Jahrgangsplanes Deutsch der fünften Klasse anzusiedeln. In den Zielsetzungen ist aufgeführt, dass die Schüler "lernen, verschiedene grammatikalische Formen zu unterscheiden." Die Wortart Substantiv und in seinem Zusammenhang der Artikel, sind in den Inhalten erwähnt. Das Thema steht in engem Zusammenhang mit der im Arbeitsbereich 1 "Sprechen, Schreiben, Spielen" verankerten Rechtschreibung. Das Erkennen der Wortart Substantiv ist relevant für die Groß- und Kleinschreibung. Im Jahrgangsplan wird darauf hingewiesen, Grammatik und Rechtschreibung miteinander zu verknüpfen.


4. Das Thema und die Ziele in dieser Unterrichtsstunde

4.1. Erzieherische Ziele
Ich arbeite so, dass die Schüler

4.2. Fachliche Ziele
Ich arbeite so, dass die Schüler

5. Das Thema als Unterrichtsgegenstand
"Unter Zusammensetzungen (Komposita) verstehen wir Wörter, die ohne Ableitungsmittel aus zwei oder mehreren selbständig vorkommenden Wörtern gebildet sind. Dabei stellt der segmentierbare erste Bestandteil - von den wenigen Kopulativkomposita und Einzelfällen wie Himmelskuppel ('Himmel, der sich wie eine Kuppel wölbt') abgesehen - das Bestimmungswort dar, der zweite das Grundwort, das die Wortart der ganzen Zusammensetzung festlegt."

"Das Bestimmungswort ist häufiger mehrgliedrig als das Grundwort. Das erklärt sich daraus, dass es - vor allem in Verwaltungs- und Wissenschaftstexten - in ganz besonderem Maße zur begrifflichen Differenzierung dient. Mehrgliedrige Grundwörter finden sich vor allen Dingen in Zusammensetzungen, deren Zweitglieder vielgebrauchte Komposita sind."

"Verbindungselemente wie das -s- zwischen Wohnungsbauförderung- und -gesetz, die an Flexionsendungen erinnern, haben deren syntaktische Beziehungsfunktion nicht, sondern kennzeichnen nur die Grenze (Fuge) zwischen den Kompositionsteilen."

Bei Substantivzusammensetzungen unterscheidet man Kopulativzusammensetzungen, deren Bestandteile gleichgeordnet verbunden sind und Determinativzusammensetzungen, deren erster Bestandteil dem zweiten untergeordnet ist. Während Kopulativzusammensetzungen grundsätzlich aus zwei Lexemen bestehen, können Grund- oder Bestimmungswort der Determinativzusammensetzungen auch mehrgliedrig sein.

Da im allgemeinen Sprachgebrauch die Determinativkomposita eindeutig überwiegen, beschränke ich mich in dieser Unterrichtsstunde auf selbige.

Das Substantiv war bereits Gegenstand einer Unterrichtseinheit. Die Schüler wissen, dass Substantive groß geschrieben werden und haben verschiedene Möglichkeiten kennengelernt, Substantive in einem Text zu erkennen. Viele Schüler haben jedoch Schwierigkeiten, bei aus verschiedenen Wortarten bestehenden Komposita zu erkennen, ob es sich um ein Substantiv handelt. Die Schüler müssen lernen, dass das Grundwort die Wortart festlegt. Um den Kindern den Zugang zu dem Begriff "Grundwort" zu erleichtern, habe ich mich entschieden, zur Veranschaulichung nur reine Substantivkomposita zu verwenden und erst in folgenden Unterrichtsstunden auch Komposita aus verschiedenen Wortarten zu behandeln.

Da sich die Fünftklässler "zumeist noch im Stadium der konkreten Denkoperationen" befinden, fordert der Bildungsplan in den Pädagogischen Leitgedanken "ganzheitliche und handlungsorientierte" Lern- und Übungsformen.

Nach der Begrüßung setzen sich die Schüler im Stuhlhalbkreis vor die Tafel. Als Rahmenthema für die Stunde dient mir ein Rätsel meines Opas. Ich habe mich bewusst für den Begriff "Opa" entschieden, da "Großvater" ein zusammengesetztes Substantiv ist, das im Gegensatz zu den anderen in dieser Unterrichtsstunde behandelten Komposita nicht aus zwei Substantiven, sondern einem Adjektiv und einem Substantiv besteht.

In der Hinführungsphase erzähle ich den Kindern von meinem Opa, der mir letztes Wochenende ein Rätsel aufgegeben habe, nachdem ich auf seinem Speicher fünf Kisten gefunden hatte. In zwei Kisten befinden sich Bilder, in einer Kiste Wortkarten mit Artikeln und in zwei Kisten Wortkarten mit Substantiven. Um den Kindern eine Hilfe zu geben, erkläre ich ihnen, dass mein Opa mir den Tipp gegeben habe, dass aus jeder Kiste ein Teil genommen werden muss und ich mit den Bildern anfangen solle. Zwei Schüler nehmen jeweils ein Bild aus den Kisten und fügen diese zu einem Wort zusammen. Nun werden noch Fachleute für die anderen Kisten festgelegt, die zu den Bildern die passenden Wortkarten aus den Kisten heraussuchen und ebenfalls zusammensetzen. Die Kinder fixieren die zusammengefügten Bilder und Wortkarten an der Tafel und befestigen den passenden Artikel. Auch die folgenden zwei Beispiele werden mit Hilfe von Bildern durchgeführt, dann sind die Bilderkisten leer. Da allerdings noch Wortkarten zur Verfügung stehen, sollen die Schüler diese ohne Bilder an die Tafel hängen. Sämtliche Bild- und Wortkarten versehe ich zuvor mit einem Haftklebestift. Damit alle Kinder an der Herstellung des Tafelbildes beteiligt sind, habe ich die Anzahl der Beispiele nach der Schülerzahl gerichtet. Um Verwechslungen zu vermeiden, habe ich die einzelnen Komposita so ausgewählt, dass bei der Zusammensetzung eindeutig ist, welches Bestimmungswort zu welchem Grundwort gehört (die Zahnbürste, das Stuhlbein, die Haustür, das Brotmesser, der Handball, die Turmuhr). Das fertige Tafelbild dient den Kindern während der späteren Arbeit im Lernzirkel als Orientierung.

In der Erarbeitungsphase stellen die Schüler fest, dass die zusammengefügten Wörter Substantive sind, die aus jeweils zwei Substantiven bestehen. Sie werden ebenfalls bemerken, dass das erste Substantiv immer auf orangefarbenem Tonpapier, das zweite Substantiv auf gelbem Tonpapier steht. Da auch die Artikel einen gelben Hintergrund haben, wird der Zusammenhang zwischen dem Artikel und dem Grundwort optisch hervorgehoben. Auf den Rückseiten der Kisten, welche entsprechend der Wortkarten eingefärbt sind, stehen die Begriffe "Artikel", "Bestimmungswort" und Grundwort". Nach der Feststellung der oben genannten Gesetzmäßigkeiten drehen Schüler die Kisten um und erfahren so die Fachbegriffe.

Für die Farben gelb und orange habe ich mich entschieden, weil sie Signalfarben sind und wir in der Klasse bereits für einzelne Wortarten Farben festgelegt haben. Das Substantiv ist rot, das Verb grün und das Adjektiv blau. Würde ich nun für ein Substantiv die Farbe Rot, für das andere Substantiv eine weitere Farbe wählen, könnte diese Entscheidung die Schüler verwirren und sie eine andere Wortart vermuten lassen.

Im Anschluss an die Erarbeitungsphase erzähle ich von einer weiteren, noch größeren Kiste, die mir mein Opa mitgegeben habe. Auf dieser Kiste ist ein Plakat befestigt, das die Zielangabe für die Übungen an den Stationen beinhaltet und von einem Schüler oder einer Schülerin vorgelesen wird: "Wie ihr bestimmt gemerkt habt, handelt es sich hier um zusammengesetzte Substantive. Da ihr sicher noch meinen Lösungssatz herausfinden wollt, habt ihr jetzt bestimmt noch Lust, weitere Rätselaufgaben zu lösen. Öffnet vorsichtig die Kiste und gebt den Brief, der ganz oben liegt, meiner Enkelin." In diesem Brief stehen weitere Arbeitsanweisungen, die ich den Schülern für die Arbeit an den Stationen geben möchte. Der Briefumschlag erhöht die Spannung und damit auch die Motivation. Da durch den Brief mein Opa den Kindern das weitere Vorgehen erklärt, werden die Arbeitsanweisungen nicht als solche empfunden. (Der Brief ist im Anhang diesem Entwurf beigefügt.)

Nun arbeiten die Kinder während der Übungsphase an den Stationen, deren Material ich in Punkt 6. erläutere. Die Unterrichtsform des Lernens an Stationen möchte ich mit einem Zitat Gabriele Faust-Siehls unterstreichen: "Lernen an Stationen ist eine aktuelle Form des offenen ... Unterrichts, die den Kindern bei thematischer Festlegung Wahlfreiräume in Bezug auf die Aufgaben und ihre Reihenfolge, die Sozialformen und vor allem hinsichtlich der Lernzeit eröffnet." Bei diesem Lernen an Stationen sollten alle Schüler jede Station durchlaufen, damit sie die Zettel für den Merksatz erhalten. Die Reihenfolge wird jedoch frei gewählt. Die Zusatzstation ist ein Arbeitsangebot für die Kinder, die darauf warten, dass eine von ihnen noch nicht belegte Station frei wird. Ihre Arbeitspartner wählen die Schüler selbst. Sie beginnen an der ersten Station mit ihren Tischnachbarn oder der ganzen Tischgruppe zu arbeiten, wissen aber, dass sie beim Wechsel der Stationen auch die Arbeitspartner neu wählen dürfen. Was die Lernzeit betrifft, so findet durch die Zusatzstation bereits eine Differenzierung statt. Zusätzlich werde ich in der nächsten Stunde ein Bingo-Spiel zur Verfügung stellen, bei welchem die Kinder zusammengesetzte Substantive finden können.

Ein Rundgang, bzw. das Vorstellen der einzelnen Stationen ist erfahrungsgemäß nicht notwendig. Wenn die Schüler die erste Station beendet haben, sehen sie sich immer selbständig im Klassenzimmer um. Die Arbeitsanweisungen sind kurz und klar formuliert, manche Übungsformen sind den Kindern bekannt, so dass sie alleine zurecht kommen. Sollten sie Hilfe benötigen, fragen sie in der Regel zunächst Klassenkameraden und kommen dann auf mich zu.

Während der Arbeit an den Stationen läuft im Hintergrund leise Entspannungsmusik. Die Kinder wissen aus bisherigen Situationen, dass sie so leise sein müssen, dass die Musik noch gehört wird. Sollte der Geräuschpegel dennoch ansteigen, haben wir ein Klatschritual vereinbart. Hierbei klatsche zuerst ich zweimal in die Hände, die Schüler klatschen dreimal zurück. Dieses Ritual hat den Vorteil, dass die Schüler aktiv daran beteiligt sind. Da sie die Hände dafür frei haben müssen, führen wir das Ritual in der Regel zweimal nacheinander durch, damit alle Schüler die Möglichkeit haben die Hände frei zu machen und sich daran zu beteiligen.

Nachdem der Zeitwächter die Arbeit an den Stationen beendet hat, versammeln sich die Kinder in der Schlussphase wieder im Stuhlhalbkreis vor der Tafel. Für jede Station darf ein Kind das bzw. die Lösungswörter an die Tafel schreiben. In der richtigen Reihenfolge ergeben die Wörter den Merksatz: "Bei zusammengesetzten Substantiven legt das Grundwort den Artikel fest." Da alle Schüler sämtliche Lösungsteile benötigen, um den Merksatz ins Heft zu kleben, wird das Lernen an Stationen in der folgenden Deutschstunde fortgesetzt.

Damit bis zur nächsten Stunde keine Zettel verloren gehen, lasse ich die mit Namen beschrifteten Briefumschläge von einem Schüler einsammeln.

6. Material
Die in dieser Stunde zum Einsatz kommenden und im Folgenden näher erläuterten Arbeitsmaterialien haben überwiegend wiederholenden, übenden Charakter.

Damit die Kinder zum gründlichen Lesen der Arbeitsanweisungen an den Stationen motiviert werden, füge ich diese in Sprechblasen des Opas ein.

Zur Orientierung, welche Stationen bereits durchgeführt wurden, erhält jedes Kind einen Laufzettel, auf welchem hinter der Stationsnummer das Lösungswort fixiert werden kann. Zusätzlich nehmen sich die Schüler an jeder Station ein Zettelchen mit dem Lösungswort aus der Dose, welche nach vollständiger Bearbeitung aller Stationen als Merksatz in das Heft geklebt werden.

Station 1


  1. Kreist die zusammengesetzten Substantive mit dem Folienstift ein!


  1. Die übrigen Buchstaben ergeben die Lösung dieser Station.


  1. Schreibt die zusammengesetzten Substantive mit den passenden Artikeln heraus und unterstreicht das Bestimmungswort orange und das Grundwort gelb!


  1. Putzt die Folie!

An dieser Station üben die Schüler die Unterscheidung von Bestimmungswort und Grundwort. Sie festigen, dass der Artikel durch das Grundwort festgelegt wird. Die Lösungswörter dieser Station bestehen nur aus Großbuchstaben, die Aufgabenstellung wäre sonst nicht möglich gewesen.

Station 2


  1. Löst das Kreuzworträtsel!


  1. Die Buchstaben in den dick umrandeten Feldern ergeben die Lösung von Station 2.


  1. Putzt die Folie!

Die Schüler können an dieser Station feststellen, dass Komposita anderen Konstruktionen entsprechen, z.B. ein Trog, in dem Futter ist, ist ein Futtertrog.

Station 3


  1. Legt die Wortschlange in die richtige Reihenfolge!


  1. Das Grundwort des ersten zusammengesetzten Substantivs ist das Bestimmungswort des zweiten zusammengesetzten Substantivs.


  1. Dreht die Schlange vorsichtig um!


  1. Wenn ihr sie richtig gelegt habt, entsteht auf der Rückseite das Lösungswort.

An dieser Station sollen sich die Kinder noch einmal die Begriffe "Bestimmungswort" und "Grundwort" verdeutlichen.

Station 4


  1. Ordnet die Artikel den zusammengesetzten Substantiven zu!


  1. Schreibt die Artikel und Lösungsbuchstaben mit Folienstift auf die Karte!


  1. Hinter jedem Artikel steht ein Lösungsbuchstabe. Wenn ihr alle Artikel richtig zugeordnet habt, könnt ihr von oben nach unten das Lösungswort lesen.


  1. Putzt die Folie!

Die Schüler können sich an dieser Station verinnerlichen, dass das Grundwort den Artikel bestimmt.

Station 5


  1. Die Bilder zeigen je zwei Gegenstände, die ihr zu einem zusammengesetzten Substantiv zusammenfügen könnt.


  1. Schreibt die zusammengesetzten Substantive und den passenden Artikel mit Folienstift auf die Karte!

  1. Die Anfangsbuchstaben der zusammengesetzten Substantive ergeben das Lösungswort dieser Station.

  1. Putzt die Folie!

Die Schüler müssen das Bestimmungswort und das Grundwort selbst festlegen und den passenden Artikel suchen.

Station 6


  1. Findet den Weg durch den Irrgarten, indem ihr passende Substantive zusammensetzt!


  1. Unterstreicht die Wörter mit dem Folienstift!


  1. Die eingekreisten Buchstaben der Wörter ergeben das Lösungswort.

An Station 6 setzen die Schüler selbst Substantive zusammen.

Zusatzstation

Die Zusatzstation hält Arbeitsmaterial für die Kinder bereit, die darauf warten, dass eine von ihnen noch nicht bearbeitete Station frei wird. Hier können die Kinder ihre Phantasie einsetzen.

Das Material besteht aus verschiedenen Karten mit zusammengesetzten Unsinnswörtern. Die Schüler wählen ein Unsinnswort aus und malen dazu ein Bild, wie sie sich dieses Unsinnswort verbildlicht vorstellen und kleben dieses anschließend auf ein Tonpapier am Fenster. Diese Station kann von den Kindern mehrmals angelaufen werden.


  1. Sucht euch ein zusammengesetztes Unsinnswort aus!


  1. Malt dazu ein Bild auf eines der weißen Blätter!

  1. Klebt das Bild auf das blaue Plakat am Fenster!

  1. Hier gibt es keinen Lösungszettel!

An den Stationen 1, 2, 4, und 5 liegen Folienstifte, und feuchte Schwammtücher zum Säubern der Folien bereit.

An der Zusatzstation befinden sich Buntstifte, Filzstifte und Wachsmalkreiden, außerdem ein Klebestift.

7. Verlaufsplanung

Zeit Phase Lehrer-Schüler-Interaktion Sozialform Medien
  Begrüßung      
ca.

10 min

Hinführungs-phase Die Lehrerin gibt den Schülern ein Rätsel, bei welchem diese in Bild und Wort an der Tafel Substantive zusammensetzen. Halbstuhlkreis vor der Tafel Tafel

Kisten mit Bildern und Wortkarten

ca.

5 min

Erarbeitungs-phase







Zielangabe:

Die Schüler machen folgende Feststellungen:
  • Alle zusammengesetzten Substantive bestehen aus zwei einzelnen Substantiven.
  • Der Artikel richtet sich nach dem Grundwort.

Die Schüler lernen die Begriffe "Bestimmungswort" und "Grundwort" kennen.

"Wie ihr bestimmt gemerkt habt, handelt es sich hier um zusammengesetzte Substantive. Da ihr sicher noch meinen Lösungssatz herausfinden wollt, habt ihr jetzt bestimmt Lust, weitere Rätselaufgaben zu lösen."

Halbstuhlkreis vor der Tafel Tafelbild

Rückseiten der Wörter-kisten

ca.

20 min

Übungsphase Die Schüler festigen an Stationen die neu gewonnenen Kenntnisse. Die Lehrerin fungiert als Beraterin. Lernen an Stationen Material der einzelnen Stationen

s. Entwurf

Rest der Stun-de Schlussphase Die Schüler lösen das Rätsel, indem sie einen Lösungssatz zusammensetzen. Halbstuhlkreis vor der Tafel  

8. Literatur

Meine liebe Enkelin,
damit deine Schüler den Lösungssatz herausfinden. müssen sie Folgendes tun:

Liebe Grüße

dein Opa

 

W

A

L

D

A

M

E

I

S

E

B

E

I

T

I

S

C

H

D

E

C

K

E

Z

W

U

N

D

E

R

K

E

R

Z

E

U

K

U

C

H

E

N

P

L

A

T

T

E

S

T

O

P

F

D

E

C

K

E

L

A

G

A

R

T

E

N

Z

W

E

R

G

M

M

H

A

N

D

B

A

L

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E

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G

M

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S

S

E

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S

P

I

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E

B

A

U

M

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R

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N

E

S

E

V

O

G

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L

N

E

S

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T

Z

T

P

F

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R

S

I

C

H

K

E

R

N

E

Z

A

H

N

B

Ü

R

S

T

E

N

Lösungswörter:

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _


Hinter den zusammengesetzten Substantiven könnt ihr von oben nach unten das Lösungswort lesen.

Bestimmungswort

Grundwort

Artikel

zusammengesetztes Substantiv



die Post

die Kutsche

das Amt

der Bote



der (b)

die (S)

das (u)



die Postkutsche (S)

_____________ _

_____________ _



das Fenster

der Putzer

das Brett

die Scheibe



der (s)

die (a)

das (t)



_____________ _

_____________ _

_____________ _



das Auto

das Radio

die Bahn

der Reifen



der (i)

die (t)

das (n)



_____________ _

_____________ _

_____________ _



der Brief

die Marke

der Kasten

das Papier



der (e)

die (v)

das (n)



_____________ _

_____________ _

_____________ _

 

Bei zusammengesetzten Bei zusammengesetzten
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Bei zusammengesetzten Bei zusammengesetzten
Bei zusammengesetzten Bei zusammengesetzten
Bei zusammengesetzten Bei zusammengesetzten
Bei zusammengesetzten Bei zusammengesetzten

 

Substantiven Substantiven Substantiven
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Substantiven Substantiven Substantiven

 

legt das legt das legt das legt das legt das
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legt das legt das legt das legt das legt das

 

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Grundwort den Grundwort den Grundwort den

 

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