RLL Deutsch gymnasiale Oberstufe NW 1999, S. 25

 

 

Über das Verhältnis von Sprachen, Denken und Wirklichkeit nachdenken

 

Reflexion über Spreche führt über grammatische, rhetorische und linguistische Aspekte hinaus zu grundsätzlichen Fragen. Sprache ist an der menschlichen Bewusstseinsbildung so unmittelbar beteiligt, dass Philosophie im 20. Jahrhundert weithin zur Sprachphilosophie geworden ist. Probleme der Sprachphilosophie können im Deutschunterricht der gymnasialen Oberstufe ebenso exemplarisch behandelt werden wie kultur- und naturwissenschaftliche Theorien über Sprache und deren soziale Funktion und Bedeutung. Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:

 

• Wie können Wörter etwas bedeuten?

 

• Sprechen und Denken, Sprache und Bewusstsein

 

• Sprache und Metasprache: Kritik an der Sprache durch die Sprache

 

• Sprache und Wirklichkeit, Sprache und Fiktion: die „Linguistik der Lüge“ und die Literatur

 

• Das „linguistische Relativitätsprinzip“

 

• Das Sprachproblem der Popularisierung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse: die Alltagssprache und die Sprache der Linguistik, Justiz, Medizin, Naturwissenschaft etc.

 

Psychologische, biologische und physikalische Voraussetzungen der Sprache sowie gesellschaftlich‑historische, politische und philosophische Implikationen verweisen auf fachübergreifende und fächerverbindende Aspekte und Arbeitsweisen in diesem Aufgabenschwerpunkt.

 

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