Immanuel Kant: Was ist Aufklärung? - 1784 -

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen! Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

 

 

Argumentationsanalyse: Konspekt

 

1. Definition   Aufklärung: Ende der Unmündigkeit

2. Definition   Unmündigkeit: nicht selbständig denken

 

3. These            sie ist selbstverschuldet

                       4. Ursachen

                                nicht      a) Mangel des Verstandes

                                sondern b) Mangel des Mutes

                                                            5. Konkretisierung

                                                                Leitung durch andere

6. Aufforderung                                                         /

    a) Zitat - lat.                                    Gegensatz

    b) Wahlspruch                                          /

              Habe Mut...                            zu eigenem Denken                          

 

7. Folgerung      Kern der Aufklärung

 

 

 

1. Argumentationskette: Ablauf von Thesen, Gegenthesen, Argumenten

2. Arten der Argumente: Tatsachenaussage (wahr - falsch); Behauptung (strittig); Urteil (subjektiv-wertend - normativ), Forderung (direkte, indirekte Appelle); Argumentation mit Fakten, Zitaten, Autoritäten, Analogien, Beispielen, Vergleichen, Normen; indirektes Argu­ment (das Gegenteil wider­legend, entkräftend); argumentum ad baculum (stützt sich auf Be­fürchtungen des Lesers/Hörers), ad populum (- auf die Gefühle der breiten Masse), ad mi­sericordiam (- auf das Mitleid)

3. Redestrategien: Aufwertung, Abwertung, Beschwichtigung, Provokation; Propaganda, Hetze; Kampf: Angriff, Verteidigung; Ablenkung; Werbung; Information, sachliche Darle­gung

4. Sprachhandlungen: Lob, Dank, Ich-Bekenntnis, Unterstellung, Folgerung, Vorwurf, An­rede, Ent­schuldigung, Einschränkung, Wider­spruch, Rückgriff, Bitte, Erinnerung, Prognose, etc.

5. Grammatische Signale der logischen Verknüpfung: Konjunktionen (kausal, konditional, konseku­tiv, konzessiv, temporal, final), Adverbien (daher, also...), Redewendungen (daraus folgt, ...)

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