Rezeptionsästhetischer Textzugriff - Verzögertes Lesen

 

    

   Bertolt Brecht: Fahrend in einem bequemen Wagen

 

1    Fahrend in einem bequemen Wagen

2    Auf einer regnerischen Landstraße

3    Sahen wir einen ............................1) Menschen bei Nachtanbruch

4    Der uns winkte, ihn mitzunehmen, sich tief verbeugend.

 

5    Wir hatten ein Dach und wir hatten Platz und wir fuhren vorüber

6    Und ................................2), mit einer grämlichen Stimme: Nein

7    Wir können niemand mitnehmen.

 

8    Wir waren schon weit voraus, ..............................3) vielleicht

9    Als ich plötzlich erschrak über diese meine Stimme

10   Dies mein Verhalten ................................

11   ...........................................................4)

 

 

 

1. Lies  diesen Text, und mache dir eine Vorstellung von  seinem Sinnzusammenhang. 

 

2. Wähle aus der folgenden Zusammenstellung von Varianten  für jede Lücke diejenige aus,  die dir am  besten  zu passen scheint. - Begründe deine Entscheidung.

 

1) a) durchnässten  b) bedauernswerten c) ärmlich gekleideten d) zerlumpten

2) a) ich hörte mich sagen b) wir hörten mich sagen  c) ich sagte  d) einer von uns sagte

3) a) dreißig Kilometer b) eine halbe Fahrstunde c) einen Tagesmarsch

4) a) und / Die ganze Welt b) und / Diese ganze Welt c) und diese / Ganze Welt  d) und

    diesen / Zustand der Welt

 

3. Sprecht über die „Bilder im Kopf“, die „schematisierten Ansichten“, und das „automatisierte Lesen“ - bezieht euch und eure Leserbiographie mit ein.

 

 

 

„Ein 'literarischer' Leser ist der, dem es gelingt, über den Schatten der eigenen 'Neigung' zu springen, der allzeit laufenden Verführung zum bequemen Lesen zu wi­derstehen. Vorausset­zung ist ein Lesen mit größerer Anstrengung: hin- und herspringend, mehrfach neu einset­zend, unabgeschlossen.“

 

 

 

nach: Harald Frommer: Verzögertes Lesen. Über Möglichkeiten, in die Erstrezeption von Schullektü­ren einzugreifen. In: DU 2/81, 10-27; (a4, d3,c3,b2) - R. Warning: Rezeptions­ästhetik. München: Fink (2)1979; G. Grimm: Rezeptionsge­schichte. München: Fink 1977; H. Hillmann: Rezeption - empirisch. In: W. Dehn (Hrsg.): Ästhetische Erfahrung und liter­ari­sches Leben. Frankfurt 1974;  H.Wittenberg: Textlehre als Verstehenslehre. In: DU 2/1977, 104. - H. Kügler: Ist die gegen­wärtige  Literaturdi­daktik noch eine Di­daktik der Literatur? In: PD SH 82; DU 5/1980: Wie wird man ein Leser? W. Ingendahl: Umgangsformen. Produktive Methoden.... Frankfurt: Diesterweg 1991

 

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