G. Einecke:    Bauformen zur Produktion einer „Textanalyse und Interpretation“  Sek. II

 

generell: Eindrücke, Textüberblick Hypothese zur Textaussage Textanalyse Deutung, Intention  

generell: Funktion der Elemente für das Ganze; Funktion der Mittel für Aussage, Intention und Wirkung

 

Aufbau / Vorzüge

Schreibmuster

Probleme / Gefahren

 

linear

(text-chronologisch)

 

   leicht

   textnah

nach der Reihenfolge der Handlung, der Auftritte -  der Themen, Aussagen und Argumente;

oft wechselnd in den Aspekten;

ganz abhängig von der Vorlage

Gefahr der reinen Textwiedergabe, Paraphrase;

zu sehr an den einzelnen Sätzen und Zeilen klebend;

ohne Überblick über die Gesamtstruktur;

ohne Querbezüge;

sprunghaft in den Aspekten;

sehr oberflächlich und unfachlich

 

aspektorientiert

(systematisch)

 

 

   fachgerecht

   methodenorientiert

   textnah

   analytisch

nach inhaltlichen Aspekten, Themen, Problemen, Bildern, Auffälligkeiten...

oder nach größeren formalen Strukturen;

oder nach verschiedenen Schritten eines Analyseverfahrens gliedern;

Teilaspekte verfolgen;

dabei verschiedene Schichten eines Tex­tes untersuchen;

Querbezüge herstellen;

analoge Phänomene aus verstreuten Textstellen unter einem Aspekt zusam­menführen;

viele Belege zu einer Feststellung;

aus den Untersuchungen die Frage nach der Bedeutung der Teile ableiten und den Sinn erschließen, sowohl den Sinn wichtiger Teil­beobachtung als auch des Ganzen

zu sehr sich in die Details einer Ana­lyse verirren;

keinen roten Faden finden;

den Sprung zur Deutung der Phäno­mene vergessen;

isolierte Beobachtungsbereiche ver­selbständigen sich;

es fehlt der Bezug der Teile unterein­ander und zur Sinnmitte des Textes;

alle Bereiche werden gleich wichtig genommen, ohne Blick auf die besonderen Schwerpunkte des aktuellen Textes;

der Leser wird nicht genug geführt, so daß er den Wechsel der Analyseaspekte nicht mitbekommt

 

aspektorientiert

(konzentrisch)

 

   sehr selbständig

   die Teile und das Ganze sowie Inhalt und Formen ver­bindend

   textnah

   analytisch und synthetisch

Ausgangspunkt und Mittelpunkt des Originaltextes erfassen:

das Textzentrum, der Bedeutungskern, die zentrale Textaussage;

das entscheidende Thema oder Problem;

die besondere Auffälligkeit der Mittel;

die zentrale Aussage der Figuren;

die Mitte des Textaufbaus;

der Schlüsselsatz, das Leitmotiv;

- daraufhin werden alle weiteren Beobach­tungen an Inhalt und Gestalt zugeordnet;

von den starken Auffälligkeiten her werden die für diesen Text geeigneten Analyseverfahren gewählt;

Beobachtungen in den verschiedenen Verfahren und Textschichten werden auf die Sinnmitte hin zugeordnet;

die Entfaltung des Textzentrum steht im Vor­dergrund;

Chronologie nur zur Entwicklung des Themas / der zentralen Aspekte;

Systematik nur zur Grundlegung des Zen­tralaspekts und seiner Deutung

alles dreht sich nur um eines, man kommt nicht vom Fleck;

es fehlt also eine eigene Untergliede­rung der Unterpunkte zum Zentral­aspekt:

z.B. in der Sachlogik und Thematik;

in der Entwicklung und Entfaltung;

im Wechsel der Perspektiven, Darstel­lungsmittel, der zu überprüfenden Ana­lysebereiche;

Bezüge der Teile auf das Zentrum hin werden nicht genug klar gemacht;

man hat das falsche Zentrum erwischt und ordnet nun gewaltsam die Teile darauf hin;

man erklärt nicht die Bedeutung der Teile für das Verständnis des Zentrums;

kommt man nicht weiter: dann auf eine andere Ebene des Textes umsteigen, eine andere Analyseebene wählen, einen anderen Aspekt

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