„Charakteristik - problematisiert“

 

A) Herwig Müller: „Charakteristik“. In: Zschr.  für Deutschkunde 1936, S. 143 ff. :

 

„Wir Deutschlehrer sind uns darüber einig: 'Charakteristiken' sind nötig. Der Schüler dringt viel tiefer in den Gehalt eines Dramas ein, wenn er sich Rechenschaft gegeben hat von der seelisch-geistigen Eigenart der Personen.“

 

„Die Untertertianer bestimmen auf meine Frage die Eigenart eines graugekleideten Menschen: er ist alt, er ist wie erstarrt, wie erdrückt von Leiden, 'vereist'.“

 

 

B) Sprachbuch „Verstehen und Gestalten“ Bd. 6, 9. Schj., Mn. 1971, S.140:

 

1. Die Charakteristik ist Wesensschilderung. Es kommt darauf an, nicht alles Mögliche, sondern nur das Bezeichnende, Unterscheidende hervorzuheben.

2. Die Charakteristik will nicht - wie die Beschreibung - einen Gegenstand genau und vollständig wiedergeben, sondern den Menschen in seiner wesentlichen Prägung durch Anlage und soziale Umwelt darstellen.

 

 

aus Unterrichtsstunden - Tafeltexte:

 

zu einem Gedicht, Jg.8:

 

Kennzeichen der Frau

Kennzeichen des Mannes

ruhig, sanft, zufrieden, diplomatisch

stolz, streng, kräftig, gefühllos

 

zu Fabeln, Jg. 6:

 

 

Löwe

Maus

eigene Assoziationen

stark, mutig, stolz, mächtig, faul, groß, gierig

schwach, ängstlich, klein, schnell

Erscheinung im Text

gut, gütig, barmherzig

hartherzig, brutal, gierig

 

Charakteristik zu Atahualpa, Jg. 9:

 

Schüler

mündl.:

mächtig, erhaben,

reich, abweisend

 

Lehrer an die Tafel:

Reichtum

Macht

Unnahbarkeit

Gottähnlichkeit

stolze Würde

Selbstbeherrschung

 

Entwickeln Sie die Problematik, die in diesen Ausschnitten deutlich wird, und stellen Sie sie zur Diskussion.

 

►Untersuchen und erproben Sie die Aufgabe auf folgender Seite - erörtern Sie kritisch ihren Nutzen:

 

http://www.sgu.ul.bw.schule.de/medien/vortraege/aufgabe_zu_charakterisierung.htm

 

s. auch: Charakterisierungsfalle

 

s. auch: Spiralcurriculum Charakteristik

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