Erzählen nach einer Geräuschfolge - Deutsch Jg. 5/6

 

Günther Einecke  4/2005

Zur Methode:

1 Was ist da los? was war da Los? - Einführung in die Methode

2. "Der Zirkus kommt." - Geräusche

3. "Der Zirkus kommt." - Schülertexte und Schulfunkkommentare

(Quelle: WDR Schulfunk 70er-Jahre Deutsch Jg. 5/6)

 

Geräusche im Internet zur Herstellung einer Geräuschkulisse    (vgl. Reizwortgeschichten)

z.B. für

Gespenstergeschichten - Gruselgeschichten   O-Töne als Erzählschritte verketten und vorspielen


Aus einer Unterrichtsstunde:

[Die Schüler haben zuvor schon die Methode und Beispiele von Geräuschkulissen kennen gelernt. s.o.]

Ihr hört nun 14 Geräusche hintereinander. Ich werde sie 2x vorspielen.

    - Findet heraus, was es jeweils ist.

        - Schreibt zu jedem Geräusch ein Stichwort untereinander in euer Textheft.

Schreibt eine Geschichte, in der alle Geräusche vorkommen.

        - Erfindet dazu Personen, die in der Geschichte auftreten.

        - Die Reihenfolge der Geräusche sollt ihr beim Erzählen beibehalten.

        Überlegt, welches Geräusch für euch das gruseligste ist. Hier soll der Höhepunkt der Geschichte sein.

> Ihr habt 15 Minuten Zeit.

> Legt beim Schreiben das Blatt „Hinweise zum Geschichtenerzählen“  neben euch.

-----------------------------------------------

Hausaufgabe:

Schreibe deine Geschichte sauber und ordentlich auf ein Extrablatt, damit wir später an euren Texten  weiterarbeiten können.  

-----------------------------------------------

Fortsetzungs- und Arbeitshinsichten:     Arbeit an den Erzählschritten / Aufbau von Spannung


Geräusche-Sammlungen: z.B. http://home.arcor.de/ge/geistersuche/wave/

Knochenkrachen- ein Kind lacht - Glockenturm - Elektrik - Teufelslachen – fallen – Nebelhorn – Schritte - Geist - Geister - Kinderlachen - Gong - Wolfsknurren - Absturz in die Gruft - dämonisches Lachen - Geisterwind - Herzschlag - Wolfsheulen - gehässiges Lachen - überhebliches Lachen - Schrei eines Mannes - Kindergekicher - Moskito - Eule - Eule mit Geflüster - Lachen - Rabe - Frauen-Schrei - Türknarren mit Schrei - Schuss - Männer-Schrei - Schrei hoch - Rabe mit quietschender Tür - Fledermäuse - Monster - Sumpf - Gewitter - schriller Schrei - schriller Frauenschrei - Geräusch - Feuerzischen - Wind - Hexe - Wolf - Wolf heulen - Frauenlachen - Alptraum …

Weitere Geräusche:

http://www.hoerspielbox.de/frameset.htm

http://www.midistern.de/sound.htm

http://www.klangkunst.net/kbgeraeusch.htm

http://www.soundarchiv.com/html/index2.htm

http://www.mystikwelten.de/gr_waves.html

http://www.mediamanual.at   > workshop


Texte im Reihenkontext:

Der Geistertraum (Franziska, 5 c)

Katja sagte an einem Sonntagabend zu ihren Eltern: „Ich gehe jetzt ins Bett, gute Nacht."
Als sie gerade am Einschlafen war, hörte sie unheimliche Geräusche aus dem nahen Wald. Sie
wollte wissen, wo diese Laute herkamen und ging in den Wald. Dort stand ein altes, verfallenes Haus, aus dem sie die gruseligen Töne hörte.
Sie war neugierig und ging hinein. Im Haus waren die Töne noch lauter, und sie hörten sich nach singenden Geistern an. Plötzlich stand hinter ihr etwas, das in ein Bettlaken gehüllt war und zwei dunkle Löcher als Augen hatte. Hände und Füße sah man nicht. Um den Hals trug es eine rostige Kette, die furchtbar rasselte. Katja hatte Angst. Das Gespenst ging auf Katja zu und drängte sie in den Keller. Dort war es dunkel und es stank modrig. Auf einmal war der Geist verschwunden und die große, alte Kellertür fiel zu. Katja fürchtete sich. Nach einiger Zeit kam der Geist durch die Wand, und mit ihm kamen noch mehr Gespenster, natürlich alle durch die Wände. Sie kamen ganz dicht an Katja heran und schwebten im Kreis um sie herum. Sie rasselten mit ihren Ketten im Takt, und sangen etwas dazu, das Katja nicht verstehen konnte. Der größte von ihnen kam auf Katja zu, rüttelte an ihr und sagte: „Katja, es ist Zeit, du musst in die Schule gehen."
Als Katja die Augen öffnete, stand ihre Mutter vor ihr und lächelte sie an. Katja war froh, dass alles nur ein böser Traum gewesen war.                               

http://www.fvss.de/projekte/gespenster/

Freiherr-vom-Stein-Schule, Gesamtschule, 37235 Hessisch Lichtenau

 -------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Johann Wolfgang von Goethe: Eine Gespenstergeschichte

 

Bei einem wackern Edelmann, meinem Freunde, der ein altes Schloß mit einer starken Familie bewohnte, war eine Waise erzogen worden, die, als sie herangewachsen und vierzehn Jahre alt war, meist um die Dame vom Hause sich beschäftigte und die nächsten Dienste ihrer Person verrichtete. Man war mit ihr wohl zufrieden, und sie schien nichts weiter zu wünschen, als durch Aufmerksamkeit und Treue ihren Wohltätern dankbar zu sein. Sie war wohlgebildet, und es fanden sich einige Freier um sie ein. Man glaubte nicht, daß eine dieser Verbindungen zu ihrem Glück gereichen würde, und sie zeigte auch nicht das mindeste Verlangen, ihren Zustand zu ändern.

Auf einmal begab sich's, daß man, wenn das Mädchen in dem Hause Geschäfte halber herumging, unter ihr, hier und da, pochen hörte. Anfangs schien es zufällig, aber da das Klopfen nicht aufhörte und beinahe jeden ihrer Schritte bezeichnete, ward sie ängstlich und traute sich kaum, aus dem Zimmer der gnädigen Frau herauszugehen, als in welchem sie alleine Ruhe hatte.

Dieses Pochen ward von jedermann vernommen, der mit ihr ging oder nicht weit von ihr stand. Anfangs scherzte man darüber, endlich aber fing die Sache an, unangenehm zu werden. Der Herr vom Hause, der von einem lebhaften Geist war, untersuchte nun selbst die Umstände. Man hörte das Pochen nicht eher, als bis das Mädchen ging, und nicht sowohl, indem sie den Fuß aufsetzte, als indem sie ihn zum Weiterschreiten aufhob. Doch fielen die Schläge manchmal unregelmäßig, und besonders waren sie sehr stark, wenn sie quer über einen großen Saal den Weg nahm.

Der Hausvater hatte eines Tages Handwerksleute in der Nähe und ließ, da das Pochen am heftigsten war, gleich hinter ihr einige Dielen aufreißen. Es fand sich nichts, außer daß bei dieser Gelegenheit ein paar große Ratten zum Vorschein kamen, deren Jagd viel Lärm im Hause verursachte.

Entrüstet über diese Begebenheit und Verwirrung, griff der Hausherr zu einem strengen Mittel, nahm seine größte Hetzpeitsche von der Wand und schwur, daß er das Mädchen bis auf den Tod prügeln wolle, wenn sich noch ein einzigmal das Pochen hören ließe. Von der Zeit an ging sie ohne Anfechtung im ganzen Hause herum, und man vernahm von dem Pochen nichts weiter.

http://gutenberg.spiegel.de/goethe/gespenst/gespenst.htm


Die Medienarbeit mit Hörmaterial kann weitergehen mit Hörspielen, selbst erstellten Hörspielen, Features und auch dem in den im Internet verbreiteten Podcasting:

http://www.mdr.de/unter-uns/podcast/

http://www.podster.de/

http://www.dradio.de/aktuell/398578/

© www.fachdidaktik-einecke.de