Arbeitsschritte beim Drehbuchschreiben

 

1. Ideenskizze: Eine kurze Formulierung der Grundidee. Die Ideenskizze benennt die Hauptfigur und das Thema und beschreibt eine Art Prognose, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll. Manchmal besteht eine Ideenskizze nur aus einer Zusammenfassung der thematischen Recherchen. Beispiel: Um mehr Kontakte zu bekommen, kauft sich ein Mann einen Anrufbeantworter. Dieser verursacht Komplikationen, indem er eigene Ansagetexte spricht und von sich aus Leute anruft.

 

2. Exposé: Der Entwurf einer Story mit den zentralen Handlungsmomenten. Filmische Gestaltungsmittel bleiben dabei noch unberücksichtigt. Ein Exposé kann beispielsweise die Anfangsszene, die beiden Plot Points und die Auflösung beschreiben. Beispiel: Um mehr Kontakte zu bekommen, kauft sich ein junger Mann einen Anrufbeantworter. Er bekommt aber nur Absagen. Erst als der Anrufbeantworter einen eigenen Ansagetext macht, interessiert sich eine Frau für den Mann. Die beiden freunden sich an. Dann ruft der eifersüchtige Anrufbeantworter die Frau an und sagt ihr Gemeinheiten. Die Frau fühlt sich von dem Mann betrogen und bringt ihn um.

 

3. Treatment (engl. „Abhandlung"): Eine Beschreibung der gesamten Geschichte, ohne Dialoge. Unter Umständen ist eine Darstellung der Szenenfolge sinnvoll. Beispiel: (Auszug) Szene 1: Der Mann sitzt vor seinem Telefon. Ausgerechnet, als er auf dem Klo sitzt, verpaßt er einen Anruf. Szene 2: Der Mann geht in die Stadt und kauft sich einen Anrufbeantworter. Szene 3: Der Mann studiert die Gebrauchsanleitung und spricht den Ansagetext. Szene 4: Der Mann geht in die Kneipe. Szene 5: Bekannte rufen an und sagen Verabredungen ab. ...

 

4. Drehbuch: Das eigentliche Drehbuch enthält eine detaillierte Beschreibung aller Szenen einschließlich der Dialoge, Schauplätze, Requisiten etc. Im Zusammenhang eines medienpädagogischen Projekts ist ein klassisches Drehbuch häufig nicht erforderlich. Beispiel: Szene 3: Wohnung des Mannes. Der Mann sitzt in seiner Couch und schließt den Anrufbeantworter an. Er liest die Gebrauchsanleitung, schaltet das Gerät auf „Ansage“ und spricht seinen Text. Seine betont ordentliche Redeweise verrät Schüchternheit und Unbeholfenheit. Mann: „Hier spricht Christian Wegner. Ich bin im Moment leider nicht zu erreichen. Wenn Sie eine Nachricht hinterlassen wollen, dann sprechen Sie bitte nach dem Pfeifton.“

 

5. Storyboard: Die Auflösung aller Szenen in filmische Einstellungen. Damit man dazu eine visuelle Vorstellung bekommt, wird zu jeder vorgesehenen Einstellung eine Skizze angefertigt. Über das Drehbuch hinausgehend enthält das Storyboard Regie und Kameraanweisungen und andere technische Details (siehe Grafik).       

 

[Eva-Maria Oehrens / Dieter Glaap / Rudolf Gier / Berndt Güntzel-Lingner: Videogeschichten. Remscheid: Rolland 1994, 65 f.]

in: www.fachdidaktik-einecke.de