Fünf fachdidaktische Zugriffe auf „Film“:

 

Genre, Schlüsselproblem, Virtualität, Montage, Film-Text-Vergleich

 

Ergebnis einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit im Fachseminar Deutsch / Studienseminar Jülich, März 2003 - Ansatz: Varianten des Umgangs mit „Film“ in Jg. 11

 

  1. Am Beispiel des Films „Das Leben ist schön“ (Benigni / Cerami, 1997) werden Aspekte von Film-Genres erarbeitet: Tragikomödie, Groteske... -  (Ina Jansen, Lüder Kampen, Sabine Königs, Christian Roussel)

 

  2. Mit dem Film „The Beach“ (Boyle / Garland, 2000) wird das Schlüsselproblem „Reisen“ im Problemzusammenhang von Robinsonade, Paradies, Umweltnutzung und Umweltzerstörung behandelt und motivgeschichtlich (Romantik) eingebettet. - (Ricarda Sohns, Andrea Tewes, Natascha Borgetto)

 

  3. Der Film „Matrix“ (Wachowski / Wachowski, 1999) bietet als ein zentrales Thema „virtuelle Welt - Realität“ an, - neben den vielen Möglichkeiten zu ideologiekritischen, philosophischen und konsumkritischen Aspektuierungen. - (Sandra Guerrero, Bettina Helms, Guido Becker)

 

  4. Für die Literaturverfilmung „Schlafes Bruder“ (Vilsmaier / Schneider, 1995) wird ein engerer Schwerpunkt auf die Montagetechnik zur Vermittlung sinnlicher Erfahrungen und Emotionen gelegt; und dies wird in einem weiteren Zugriff auf das Thema „filmische Umsetzung eines Künstlerromans“ ausgeweitet (s. 5.). - (Angela Franke, Thomas Lange, Kirsten Stegh)

 

  5. Mit der Literaturverfilmung „Die Leiden des jungen Werther“ (Günther / Schütz, DDR 1976) wird die kombinierte, parallele Erarbeitung von Film und Text erprobt. - (Alexandra Holz, Nils Kaletsch, Nina Theißen, Kerstin Fränkel)


 

Die Filmauswahl wurde abschließend nach verschiedenen Kriterien erörtert:

 Kriterien der Textauswahl literarischer Texte

(Lehrplan NW SII 1999)

thematische Bedeutung

zeigt sich in der Anbindung an

• Probleme der Lebenswelt

• aktuelle Fragen

• die Interessen und Fragestellungen der Schülerinnen und Schüler.

 

(literar-)historische und kulturelle Bedeutung sowie

 

sprachliche und künst­lerische Qualität

zeigen sich in

• nachhaltiger Wirkungsgeschichte

• aktueller Rezeption

• ihrer kulturhistorischen Repräsentanz (Akzentuierung der Umbrüche vom 18. zum 19., vom 19. zum 20. Jahrhundert und der Gegenwart)

• der Berücksichtigung von Literatur vor 1700 und des Umbruchs der Nachkriegszeit (für den Leistungskurs)

 

ihr Gattungsbezug

 (MSWWF NRW (Hrsg.): Richtlinien und Lehrpläne Deutsch Sek. II Gymnasium/Gesamtschule. Frechen: Ritterbach. 1999 - S. 18)


 (RLL NW Gymn. Deutsch SII 1982, S.68 f.)


Textauswahl nach "Denkbildern":

Identifikation - Mitleid - Erschrecken -  Entdecken -  Kritik -  Lehre -  Utopie - Irritation - Lachen und Spaß                               

(Benjamin/Müller-Michaels/Funhoff)


Orientierung an Grundtendenzen der Gegenwart:

Enttraditionalisierung der Lebenswelt - Pluralisierung der Lebenswelt - Individualisierung der Lebenswelt - Suche nach Orientierung

(Ulrich Beck: Risikogesellschaft. Fft. 1986)


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