Arbeitsblätter

Methode: schriftliche Verfahren zur Übung und Überprüfung - geeignet für alle Lernbereiche: Aufsatz, Diktat, Sprachbetrachtung, Lesen - vielfältige Aufgabentypen

Ziel: gestaffelte, überschaubare Aufgaben, die den aktuellen Lernstoff sichern und üben lassen oder das Gelernte der i.d.R. maximal fünf letzten Stunden überprüfen - ggf. zur Bereitstellung von individuellen Arbeitsergebnissen der Schüler für eine anschließende Plenumsphase mit verarbeitendem Unterrichtsgespräch 

Effekt: gezielte und rasche Übung - rasch auswertbare Kontrolle - Bewertung im Rahmen der Sonstigen Mitarbeit möglich: als "schriftliche Übung" (= traditionell: "Test") - individuell im Lerntempo - möglicher Zuschnitt auf diagnostizierte Untergruppen durch unterschiedliche Arbeitsblattangebote - Rückmeldung über den Lernfortschritt für Schüler und Lehrkraft - Form der Stillarbeit, dadurch ggf. auch Entlastung der Lehrkraft - Vorbereitung auf Lernstandserhebungen: geschlossene (multiple choice), teiloffene (Lücken- und Kurzantwortaufgaben) und offene (Schreibaufgaben, komplexe Texte) Verfahren

 

 

Arbeitsblätter sollten grundsätzlich von Texten / Verwendungskontexten ausgehen oder auf sie hinzielen

Bei der Anlage der Arbeitsblätter ist vor allem zu achten auf:

Lesbarkeit des Textes;

übersichtliches und nicht zu enges Layout;

Nummerierung von Textzeilen, wenn auf sie Bezug genommen werden soll;

Verteilung verschiedener Operationen auf verschiedene Aufgabennummern, also: zu komplexe Aufgaben vermeiden;

Beachtung der Progression: vom Leichten zum Schweren;

eindeutige Angabe der von den Schülern zu leistenden Operation (mit Kreuzchen markieren - unterstreichen - Lücken ausfüllen etc.);

genügend Platz zum Schreiben und Eintragen von Schülerhand;

motivierende Stimuli (z.B. optische Effekte, Ansprache der Schüler etc.);

Benennung der Sozialform (alleine, mit dem Partner...); ggf. Lösungshinweise und Hilfen;

ggf. Angabe des Zeitrahmens.

Die Anlage der Arbeitsblätter mit dem Computer bietet den Vorteil, dass man leicht von einem einmal erstellten Muster verschiedene Fassungen herstellen kann, indem man Textteile umstellt, austauscht etc.

Soll ein Arbeitsblatt auch als informeller Test dienen - eine Klassenarbeit kann lt. Richtlinien Deutsch SI NW nicht dadurch ersetzt werden -, dann ist zusätzlich zu beachten, dass die Lösung einer isolierbaren Aufgabe möglichst nicht von dem Ergebnis einer anderen Aufgabe abhängt.

 

 

Anforderungen an eine Aufgabenstellung in der Sekundarstufe I

- Aufgaben müssen im Unterricht vorbereitet und geübt sein

- altersgemäße, motivierende Materialien / Texte

- zeitangemessener Umfang von Material und Aufgabe

 

A) Informationen auf dem Schülerblatt

   

  B) Aufträge in der Aufgabenstellung

  1. Formulierung: möglichst als Aufträge - nicht als Fragen

  2. Prägnanz: kurz und verständlich = keine komplexen Hypotaxen

  3. Operationen: explizite Angabe der auszuführenden Tätigkeit = Operationsverben (unterstreiche, erkläre in einzelnen Sätzen, erkläre in einem zusammenhängenden Text, formuliere Zwischenüberschriften, schreibe einen Dialog, entwickle eine Tabelle, überarbeite, bewerte...) - s. auch Operatoren

  4. optischer Aufbau des Aufgabenapparats: mehrere Aufträge getrennt untereinander, in neuen Zeilen beginnend; nummeriert, zusammengehörende Aufgabengruppen mit entsprechender Bezifferung (2.1 - 2.2 - 2.3);

  5. Reihenfolge: soll der Abfolge der Arbeitsschritte entsprechen

  6. Progression: Aufgaben nehmen in der Anforderung zu; sie sollten im Ergebnis möglichst nicht gegenseitig abhängig sein, so dass z.B. Aufgabe 3 nicht unerfüllbar wäre, wenn Aufg. 2 nicht richtig gelöst ist; dieser Grundsatz kann in Deutsch nicht immer gelten, da es z.B. Zusammenhänge im Verstehens-, Erklärungs- und Deutungsprozess gibt

  7. Beschränkung: nicht zu viele Einzelaufträge - s. Dauer der Klassenarbeit, zunehmende Selbständigkeit der Schüler und Begrenzung der Korrekturbelastung für die Lehrkraft

     

  C) Aufgabentypen

 

- Beispiele für Aufgaben zur Sprachbetrachtung: A) 

- Beispiele für Aufgaben zur Textverständnissicherung: B) und C) und D)

- Beispiele für Aufgaben zur Textproduktion: E)  und F)

 


 

Beispiele 

  Arbeitsblatt "Aufsatz" -  Jg. 6 - 1 Stunde: Bildergeschichten - Pronomen / NRW-Kernlehrplan-Typ 5

    1. Lies die Vorgeschichte (A) zu der folgenden Bildergeschichte. Irgendetwas klingt hier seltsam.

        Gegen welche Regel ist in Text (A) verstoßen worden? - Erkläre: ……………………[Platz noch einzurichten!]

 

    2. Schreibe die Vorgeschichte um, so dass sie nicht mehr so komisch klingt.  …………..

 

    3. Betrachte die Bilderfolge (B) und lies die Bildergeschichte (C)  dazu.

 

    4.Schreibe fünf unterschiedliche Pronomen aus (C) heraus und benenne sie. ………….

 

    5. Erkläre zum letzten Satz in (C), welches Missverständnis entsteht. …………………..

        Verbessere den Satz:  ………………………

 

    6. Schreibe die Geschichte zu Ende. ……………..

 

    7. Unterstreiche alle Pronomen in deinem Text.

 

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(A) Die Vorgeschichte

Kai hat heute Geburtstag. Kai wird 12 Jahre alt, Kai hat viele Freunde eingeladen. Das Besondere an diesem Tag ist, dass Kai einen Schlitten geschenkt bekommen hat und Kai den Schlitten gerne sofort ausprobieren möchte. Der Schlitten von Kai ist ein ganz besonderer Schlitten, denn den Schlitten hat Kais Opa für Kai gebaut…

 

(B) Die Bilderfolge

 

(C) Die Bildergeschichte

 

Es hatte in der Nacht stark geschneit. Kai sah aus dem Fenster und freute sich, denn jetzt konnte er seinen neuen Schlitten ausprobieren. Er lief schnell zur Garage und dachte: „Endlich kann ich dich mal testen. Wer kann denn etwas dagegen haben, wenn ich vor dem Frühstück kurz draußen bin?“  So ging er den Berg hinauf und sauste mit einiger Geschwindigkeit auf seinem Schlitten den steilen Weg hinab. Er wurde immer schneller, so dass er gar nicht bemerkte, wie er außer Kontrolle geriet und auf einen Baum zusteuerte…

 

  (Bianca Eichler und Fachseminar D1 Einecke 2004)


 

 

Arbeitsblatt "Textuntersuchung" -  Jg. 7 / Kernlehrplan-Typ 4

 

  1. Erich Kästner - Die Ballade vom Nachahmungstrieb

  2.  

  3. Es ist schon wahr: Nichts wirkt so rasch wie Gift!

  4. Der Mensch, und sei er noch so minderjährig,

  5. ist, was die Laster dieser Welt betrifft,

  6. früh bei der Hand und unerhört gelehrig.

  7.  

  8. Im Februar, ich weiß nicht am wievielten,

  9. geschah's, auf irgend eines Jungen Drängen,

  10. dass Kinder, die im Hinterhofe spielten,

  11. beschlossen, Naumanns Fritzchen aufzuhängen.

  12.  

  13. Sie kannten aus der Zeitung die Geschichten,

  14. in denen Mord vorkommt und Polizei.

  15. Und sie beschlossen, Naumann hinzurichten,

  16. weil er, so sagten sie, ein Räuber sei.

  17.  

  18. Sie steckten seinen Kopf in eine Schlinge.

  19. Karl war der Pastor, lamentierte viel,

  20. und sagte ihm, wenn er zu schrein anfinge,

  21. verdürbe er den anderen das Spiel.

  22.  

  23. Fritz Naumann äußerte, ihm sei nicht bange.

  24. Die andern waren ernst und führten ihn.

  25. Man warf den Strick über die Teppichstange.

  26. Und dann begann man, Fritzchen hochzuziehn.

  27.  

  28. Er sträubte sich. Es war zu spät. Er schwebte.

  29. Dann klemmten sie den Strick am Haken ein.

  30. Fritz zuckte, weil er noch ein bisschen lebte.

  31. Ein kleines Mädchen zwickte ihn ins Bein.

  32.  

  33. Er zappelte ganz stumm, und etwas später

  34. verkehrte sich das Kinderspiel in Mord.

  35. Als das die sieben kleinen Übeltäter

  36. erkannten, liefen sie erschrocken fort.

  37.  

  38. Noch wusste niemand von dem armen Kinde.

  39. Der Hof lag still. Der Himmel war blutrot.

  40. Der kleine Naumann schaukelte im Winde.

  41. Er merkte nichts davon. Denn er war tot.

  42.  

  43. Frau Witwe Zwickler, die vorüberschlurfte,

  44. lief auf die Straße und erhob Geschrei,

  45. obwohl sie doch dort gar nicht schreien durfte.

  46. Und gegen Sechs erschien die Polizei.

  47.  

  48. Die Mutter fiel in Ohnmacht vor dem Knaben.

  49. Und beide wurden rasch ins Haus gebracht.

  50. Karl, den man festnahm, sagte kalt: „Wir hab'n

  51. es nur wie die Erwachsenen gemacht.“

                          (Anmerkung: Der Ballade liegt ein Pressebericht aus dem Jahre 1930 zugrunde.)

                                        (Z. 19: lamentieren = jammern)

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Aufgabe:

 

1.1 Gliedere die Ballade nach zusammenhängenden Strophen: Schreibe: 1.) Z. … - Z. …; 2.) Z. … …)

1.2 Begründe deine Einteilung in kurzen Sätzen.

 

2.1 Erkläre mit Hilfe des Textes den Ablauf des Geschehens: Wie ist es zu dem Tod des Jungen gekommen?  

      - Schreibe einen zusammenhängenden Text und zitiere.

2.2 Erkläre mit Hilfe des Textes die Frage: Warum hat der Text den Titel „Ballade vom Nachahmungstrieb“?

      - Schreibe einen zusammenhängenden Text und zitiere.

 

3.   Berichte von einem Beispiel aus deiner Erfahrung, in dem es auch um „Nachahmung“ geht.

 

  (Fachseminar D1 Einecke 2004)

 


 

Testaufgabenblätter - s. z.B. in Jg. 5 - Probearbeiten Klasse 4 (Bayern, Josef Niebler) http://www.note1plus.de/Cont.htm   

 

Weitere Links und Angebote zu Arbeitsblättern:

http://www.autenrieths.de/links/linkschu.htm

http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/gymd.shtml

http://www.zum.de/Faecher/Materialien/dittrich/

http://www.aschern.de/downloads/downloads.htm

http://lernarchiv.bildung.hessen.de/archiv/sek_i/deutsch/gym/show_recent?path=/archiv/sek_i/deutsch/gym

http://www.lehrer-online.de/deutsch

http://www.4teachers.de/?action=show&id=41&sid=

 

http://www.klett.de/sixcms/list.php?page=downloads_fachseite&fachseite=Deutsch

http://www.cornelsen.de/teachweb/1.c.493040.de?hasjs=1168344312&gsid=1.c.131741.de&id=493040

http://www.schroedel.de/schroedel_aktuell/aktualitaetenservice_archiv_suchergebnis.xtp?fach=Deutsch#st001-f

http://www.westermann.de/suche/artikelansicht.xtp?id=978-3-14-363009-9

 

Arbeitsblätter aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache:

http://www.deutsch-als-fremdsprache.de/daf-uebungen/suche.php3

http://www.daf.in/

http://www.goethe.de/lhr/mat/deindex.htm

 


 

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