Wirkung von Fragen und Antworten

 

Fragemuster

bei vereinzeltem Gebrauch

bei häufigem Gebrauch

offene Fragen (W-Fragen: wer was, worüber wann, wo, wie, warum, weshalb, wozu, wogegen...)

großer Antwortspielraum, halten Gespräche in Gang

 

Gefahr der Informationsflut, Verlust eines roten Fadens, aber auch Abblocken, sich ausgefragt fühlen

geschlossene Fragen (Entscheidungsfragen, mit ja oder nein zu beantworten), z.B. Können Sie das bis zum 15. erledigen?

enger Antwortspielraum, fordern klare Entscheidungen/Positionen

stockendes Gespräch, eingeengte Problemsicht, oder Partner muss kreativ zusätzliche Mitteilungen geben

resümierende Fragen (Teilergebnisse in Frageform festhalten), z.B. Könnten wir also sagen, dass in dem Punkt a) Übereinstimmung besteht über ...?

schaffen und sichern Gemeinsamkeiten, strukturieren das Gespräch

Vereinnahmung, vorschnelles Beenden der Klärung, Dringen auf Entscheidung

verständnissicherndes Nachfragen (Wiederholen der inhaltlichen Aussage wie im Kontrollierten Dialog), z.B. Sie sagen, dass im Moment Ihre Kapazitäten 80 % ausgelastet sind?

sichern das Verständnis, Signal der Aufmerksamkeit, motivieren zu weiteren Erläuterungen

 

Gefühl des Ausgehorcht-Werdens, Info-Blockade, da der Frager nicht einmal mehr durch das Aufwerfen neuer Fragen in Erscheinung tritt

Alternativfragen, z.B. Möchten Sie Kaffee oder Tee?

 

bei richtig gestellter Alternative: Verdeutlichung von Standpunkten

unerwünschtes Festlegen, Schwarz-Weiß-Malerei

 

Aufforderungsfragen (als höfliche Frage), z. B. Können Sie dazu genauere Daten gehen ?

Aktivierung, freundlich und höflich, tragen zur Präzisierung bei

fordernd, indirekt, unterschwellig, verschleiert Weisungsbefugnis

Suggestivfragen (Antwort in den Mund legen), z.B. Sie sind doch sicher auch der Meinung, dass... ?

Zustimmung, wenn als Hilfe aufgefasst; Aggression beim Verdacht der Manipulation

unfaire Taktik, plumpes Vereinnahmen oder Provozieren

direkte Gegenfragen, z.B. Wie sehen Sie das denn?

beleben das Gespräch, gegenseitiges Interesse

 

fehlende Bereitschaft, sich in das Gespräch einzubringen

zurückleitende Fragen (mit Verstärkung), z.B. Das ist wirklich eine wichtige Frage. Welche Erfahrungen haben Sie damit?

Verstärkung, Aktivierung des anderen (eigener Zeitgewinn zum Überlegen/Abwägen)

 

mangelnde Gesprächsbereitschaft, ggf. Inkompetenz

 

 

Minimal-Antwort

 

klare Linie, eindeutige Position

 

Einsilbigkeit, Verschlossenheit, Zeichen der Inkompetenz

Antwort im gefragten Umfang

 

Kooperation, intensives Gespräch

 

Provokation, Unterlegenheitsgefühl beim Frager

Antwort mit zusätzlicher Mitteilung

 

Überblick, Informiertheit, wenn es in den Kontext passt

 

Dominanz des Antworters, Flucht vor konkreten Antworten

Antwort mit Meta-Kommentar

Orientierung, klärt Sicht des Fragers, auch Zurückweisung von Taktiken des Fragestellers

 

 

[Marita Pabst-Weinschenk: Reden im Studium. Berlin: Cornelsen 1995, 123, 127 f.]