Bewertung produktiven / kreativen Schreibens

 

[Nach: Peter Jentzsch: Produktives Schreiben im Zugriff der Aufsatzbeurteilung. In: R. Köhnen (Hg.): Wege zur Kultur. Perspektiven für einen integrativen Deutschunterricht. Germanistentag der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer in Bochum vom 29. September bis 2. Oktober 1996. Ffm/Berlin/Bern /NY/Paris/Wien: Lang 1998, 437‑468]

 

Ziele des produktiven Schreibens:

a) Aktivierung der Einbildungskraft

b) Strukturierung und Formung des Assoziationsflusses

c) Literarische Geselligkeit bei der Vorstellung der Schülerprodukte

 

Beispiele:

¨    Werbeparodien: Nonsens‑Produktwerbung als Hörtext (Jg.6 )

¨    Grobianus: Satirische Ratschläge für Rüpel "Am Schilift“ Dialekttext (Mittelstufe)

¨    Bänkellieder: Kometenerscheinung über London 1066 (Baveux‑Teppich) (Jg.8 )

¨    Müllmärchen: Epische Kleinformen „Brüderchen und Schwesterchen“ (Jg. 11)

 

Bewertungskriterien:

 

¨       Die gedankliche Konzeption (Kohärenz der Konzeptebene)

¨       Die Komposition

¨       Bezug zur Gattungsvorlage (Adäquanzrelation)

¨       Sprachliche Gestaltung

¨       Sinnenansprache, Anschaulichkeit, Episodik

¨       Gesamteindruck und Sonderfaktoren

 

Thesen zum kreativen Schreiben

a) Kreatives Schreiben bedarf handwerklicher Hilfen,  nicht der Fantasie

b) Bauelemente der Gattungen sind vor dem Schreiben zu vermitteln, sollen sie produktiv umgesetzt werden

c) Bewertungskriterien werden als Arbeitshilfen eingeführt, in ihrer Gewichtung besprochen u. transparent angewandt

d) Vor‑ und nachbereitende Analyse von beispielhaften Klassenarbeiten (Bewertung als Standortbestimmung)

e) Bewertung orientiert sich an Kriteriengruppierungen, die variabel sein müssen

f) das Kriterienmodell soll für Schüler vereinfacht angeboten werden (s. Kriterien-Kompass)

g) Kreatives Schreiben ist ein Schritt zum kreativeren Verhalten

 

 

Kriterien-Kompass: Vorbereitung und Bewertung kreativen Schreibens