Sprache der Gefühle

 

Weiße Rosen stehen für freundschaftliche Wertschätzung

Rote Rosen gelten als ein untrügliches Zeichen tiefer Zuneigung

Gelbe Rosen stehen für Eifersucht

 

Die Sprache der Blumen
Von jeher drücken Menschen mit Pflanzen Gefühle aus

 

Ob Geburtstag, Hochzeits- oder Valentinstag - gerne lässt man „Blumen sprechen“.

VON IRINA EBELING

In Märchen haben sie ihren festen Platz: Blumen, die sprechen können. Im wirklichen Leben sind die Blütenpflanzen stumm. Allerdings lassen sich mit ihrer Hilfe die verschiedensten Gefühle ausdrücken: Ein Blumenstrauß als Geschenk kann Zuneigung, Wertschätzung oder auch Mitgefühl bedeuten. Man lässt in diesem Fall „Blumen sprechen“. Kann oder möchte man etwas nicht unumwunden in Worte kleiden, sagt man es „durch die Blume“.

Schon in „grauer Vorzeit“ beschäftigten Menschen sich intensiv mit Pflanzen. Dabei fanden sie heraus, welche von ihnen positive Wirkung auf die Seele haben, Gebrechen heilen oder aber den Sinn verwirren und möglicherweise gar tödlich wirken. Das führte dazu, dass die jeweiligen Pflanzen und ihre Blüten mit positiven oder negativen Gefühlen verbunden wurden. In der Folge kristallisierten sich Sinnbilder wie Reinheit, Hoffnung, Liebe, Trauer oder Ewigkeit heraus. Mit Hilfe anderer Pflanzen hoffte man, in die Zukunft blicken oder die Liebe des Partners erraten zu können.

Letzteres hat sich bis heute gehalten: Welches Mädchen hat nicht schon einmal die Blütenblätter eines Gänseblümchens abgezupft und dabei gemurmelt: „Er liebt mich, er liebt mich nicht“? Mit den symbolischen Bedeutungen von Blumen gehen jene ihrer Farben Hand in Hand: Wer beispielsweise rote Rosen geschenkt bekommt, braucht keine langen Erklärungen. Hier verbindet sich die Blume der Zuneigung mit der Farbe, die für leidenschaftliche Gefühle steht. Ein Strauß unschuldig weißer Rosen wird hingegen als freundschaftliche Wertschätzung empfunden. Stutzig macht manche Menschen ein gelber Rosenstrauß vom Partner: Er soll neben Eifersucht auch das Eingeständnis für einen Seitensprung sein.

Viele Menschen haben heute keine Probleme damit, ihren Gefühlen mit offenen Worten Ausdruck zu verleihen. Das war nicht immer so: Anstand und Sitte machten es Verliebten in vergangenen Zeiten nicht leicht, ein Stelldichein zu arrangieren. Die „Blumensprache“ bot sich in solchen Fällen als vortrefflicher und unauffälliger Vermittler an. Seinen Höhepunkt erreichte das Spielchen, durch Blumen zu kommunizieren, im 19. Jahrhundert - vor allem in England, aber auch in Frankreich und Deutschland. Es war gang und gäbe, Botschaften mittels Blumen auszutauschen, das entsprechende Abc war jedem geläufig. Sogar für jede Tageszeit stand eine bestimmte Blume, so dass ein Treffpunkt ohne das Wissen Dritter vereinbart werden konnte.

Auch wenn die „Blumensprache“ weitgehend in Vergessenheit geraten ist: Einige Experten kennen sich noch immer sehr gut damit aus. Zu ihnen gehört Maria Mail-Brandt. Sie hat eine umfassende Liste ins Internet gestellt. Dieser zufolge ließe sich folgende Geschichte vorstellen: Ein Mann schenkt einer Frau Maiglöckchen und Ranunkeln als Zeichen seiner aufkeimenden Liebe. „Du bist zauberhaft“ bedeutet das in der Blumensprache. Bekommt er eine Dahlie, hat er Pech, denn seine Angebetete ist schon vergeben. Auch Alpenveilchen verheißen nichts Gutes: „Sie sind mir gleichgültig“.

Niederschmetternd wären Akeleien, denn sie bedeuten im Klartext: „Ich halte dich für einen Schwächling“. Schenkt sie ihm dagegen weiße Nelken, will sie sagen, dass sie noch „zu haben“ ist, Glockenblumen bedeuten ihm: „Unsere Herzen schlagen im gleichen Takt.“ Später erzählen ihr dann die berühmten roten Rosen, dass er sie immer und ewig lieben wird. Auf ihr Eingeständnis mit roten Nelken, „Ich liebe dich leidenschaftlich“, kann es nur ein Happy End geben, angekündigt durch eine Myrte: „Wir werden bald heiraten.“

www.zauber-pflanzen.de

Kölner Stadtanzeiger 13.01.2003

 

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s. Metaphern - Bildsprache

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