Erzählmittel

 

 Erzählverhalten

Der neutrale Erzähler: Es wird nur von außen und neutral berichtet und wiedergegeben, was geschieht und gesagt wird. Ein Erzähler ist nicht als Figur zu erkennen. Handlungen und Gespräche werden nicht durch einen Erzähler kommentiert. Die Leser sehen anscheinend unvermittelt - wie bei einem Dokumentarfilm - in die erzählte Situation hinein.

 

 

 

Der personale Erzähler: Die Geschichte wird aus der Perspektive einer anderen Figur dargestellt, die selbst am Geschehen beteiligt ist. Die Leser verfolgen das Geschehen aus dem begrenzten Blickwinkel einer oder mehrerer Personen der erzählten Welt und nehmen an ihren Erfahrungen, Gefühlen und Reflexionen teil. Der Erzähler tritt also hinter diese Figur zurück. Erzählt wird in der Er-/Sie-Form. - Häufig in der Moderne die Figurenrede als „erlebte Rede“ (3. Pers.Indikat.Präteritum) ohne Redeeinleitung zur Vermittlung der Gedanken einer Figur: ... Sollte sie hier den Wagen verlassen? ... (vom Leser ergänzbar: dachte sie)

 

Der auktoriale Erzähler: Ein Erzähler, der nicht selbst in das Geschehen verwickelt ist und von außen deutlich Regie führt. Er betrachtet von außen und kennt als allwissender Erzähler die Gedanken und Gefühle der Textfiguren; er überblickt auch Vergangenheit und Zukunft der Textfiguren. Aus dieser Überblickshaltung kann der Erzähler kommentieren und werten und sich durch Voraussagen und Rückverweise einmischen. Er schaltet sich für den Leser spürbar als sprechende und reflektierende Figur ein. - Er ist nicht mit dem Autor gleichzusetzen.

 

 

 

Der Ich-Erzähler: Der Erzähler tritt selbst in Erscheinung und spricht von sich. Die eigenständige Ich-Figur vermittelt alles aus ihrer (beschränkten oder allwissenden) Perspektive und nimmt auch Stellung zum Geschehen. Manchmal sind hier das erzählende Ich und das erlebende Ich durch eine zeitliche Differenz zu unterscheiden. - Ich-Erzähler und Autor sind bei fiktionalen Texten zu unterscheiden: Der Autor kann z.B. männlich, der Ich-Erzähler aber weiblich sein und umgekehrt. Nur in autobiographischen Erzählungen ist der Erzähler zugleich der Autor.

 

 

 Erzählperspektive: Außensicht - Innensicht

 Erzählform: Ich-Form - Er-/Sie-Form

 Erzählhaltung: kritisch - parodistisch - satirisch - ironisch - objektiv-berichtend - affirmativ - aufklärerisch - unterhaltend - neutral ...

 Darbietungsweisen: epischer Bericht - szenisches Erzählen - Kommentar/Erzählerrede; Figurenrede: direkte, indirekte, er­lebte Rede (s.o.), innerer Mono­log („Ich“-Form!), Bewusstseinsstrom (stream of consciousness)

 Zeitgestaltung: erzählte Zeit - Erzählzeit - Zeitdeckung - Zeitdehnung - Zeitraffung - Zeitebenen; Tempuswechsel; Zeitsprünge: Rückblenden, Rückverweise, Ankündigungen, Vorausdeutungen... 

 Textstruktur:  „plot“ = Kern des Geschehens; Rahmenhandlung - Bin­nenhandlung; Leitmotiv - Dingsymbol, „Falke“; Spannungsbogen: Ausgangssituation - auslösendes Moment - Mittelpunktereignis/Höhepunkt - Wendepunkt - Lösung/Aufklärung; Spannung: Intensität der Handlung/„action“ oder Erwartung einer Lösung

 Sprachliche Mittel: Satzbau, reihend, verschachtelt, lakonisch (kurz und bündig, objektiv), spannungsvoll-elliptisch... - Wortwahl, anschaulich (durch Adjektive, Attribute, Adverbiale) - semantische Felder - Moduswechsel - Tempuswechsel - Bilder...

 Satz- und Textverknüpfung: zeitlich, logisch, räumlich, bildlich, assoziativ, ...

 

Bildquelle: Englischbuch?

 

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