Gruppenarbeit zu Schiller: Die Räuber - Jg. 11/12

 

Sie benutzen in diesem Fall den Text als Quelle, um Informationen über bestimmte Auffassungen und Verhältnisse im 18. Jh. zu gewinnen: mentalitäts- und ideengeschichtlicher Zugriff - zunächst textimmanent.

 

I. Initiierung der Gruppenarbeit und Präsentation

1.   In Gruppen von max. 5 Mitgliedern bearbeiten Sie eines der folgenden Themen: s. II

2.   Sie verabreden in der Gruppe, in welcher Form Zwischenergebnisse und Endergebnisse schriftlich festgehalten werden.

3.   Sie denken daran, dass jedes Mitglied für die Entwicklung des gemeinsamen Produkts verantwortlich ist, dass also die Gruppe weiterarbeiten kann, auch wenn jemand ausfällt und fehlt. → Auch bei Arbeitsteilung in der Gruppe muss also jeder über alle Zwischenprodukte verfügen!!

4.   Sie verabreden, wer den Arbeitsprozess beobachtet und evtl. steuert: Koordinator

5.   Sie verabreden, wie Sie in gegenseitiger Anregung, Hilfe und Arbeitsteilung die Arbeit durchführen.

6.   Sie entwickeln einen Zeitplan für die Gruppenarbeit im Rahmen von 3 Doppelstunden einschließlich selbst zu bestimmender Hausaufgaben, ggf. Recherchen in Bücherei und Internet.

7.   Sie wählen eine motivierende Form der Präsentation für die Vermittlung der Ergebnisse im Plenum: Thesenpapier, grafisches Schaubild, Folie, Vortragskonzept, Tafelanschrieb, eigener Vortrag mit wechselnden Sprechern, Vortrag in Audio- oder Videofassung etc.

8.   Sie entwickeln eine Einbindung des Plenums, d.h. Möglichkeiten, wie sich der Kurs im Plenum an Ihre Präsentation anschließend mit Ihrem Thema befasst: offene Fragen, Problematisierung, Vertiefung an einer einzelnen längeren Textstelle, Einbau in den Zusammenhang der Unterrichtsreihe, Beurteilung nach vorgegebenen Kriterien etc.

9.   Sie geben für die Bewertung der Gruppenarbeit an, welchen Anteil die einzelnen Mitglieder am Zustandekommen des gesamten Produkts haben.

10.   Sie geben Ihre schriftlichen Produkte dem Kurslehrer ab.

 

 

Aufgaben:

1)  Überlegen Sie in der Gruppe als erstes, welche Unterthemen zu dem von Ihnen gewählten Thema im Text behandelt sind bzw. beobachtet werden können. - Notieren Sie die Unterthemen!

2)  Gehen Sie den Text durch, um ergiebige Textstellen für Ihr Thema und die Unterthemen zu finden!

3)  Lassen Sie sich durch Lektüre der Stellen anregen, die Unterthemen mit Inhalt zu füllen.

4)  Entwickeln Sie darstellende, erklärende und deutende Textteile zu Ihren Unterthemen und stellen Sie eine Zusammenhang zwischen ihnen her.

5)  Kontrollieren Sie unter III., ob Sie die Unterthemen und Textstellen ähnlich wie auf diesem Vorschlag getroffen haben. Übernehmen Sie ggf. etwas.

6)  Bearbeiten Sie nun Ihr Gruppen-Thema frei.

 

II. Suchblatt für die Gruppenthemen:

 

A) Das Räuberleben im 18. Jahrhundert - nach Schillers „Die Räuber“

 

(Koordinator:...........................................)

Unterthemen:

 

 

Textstellen:

 

 

B) Die Darstellung des Despotismus (willkürliche Herrschaft) in Schillers „Die Räuber“

 

(Koordinator:........................................)

Unterthemen:

 

 

Textstellen:

 

 

C) Die Bedeutung von Religion und Kirche in Schillers „Die Räuber“

 

(Koordinator:.........................................)

Unterthemen:

 

 

Textstellen:

 

III. Kontrollblatt zur Entwicklung von Unterthemen (Beispiele) und Zuordnung von Textstellen

      (wird erst nach der ersten Arbeitsphase der Gruppen ausgegeben!)

 

A) Das Räuberleben im 18. Jahrhundert - nach Schillers „Die Räuber“:

Zusammensetzung der Banden

Gründe und Ziele ihres Handelns

Schauplätze und Methoden des Handelns

Art des Konflikts (Staatl. Macht - Banden)

Zwei Richtungen des Bandenwesens (Spiegelberg - Karl)

Beurteilung des Bandenwesens im Text (durch Schiller)

Perspektive und Art der Darstellung

Gründe, warum Schiller „Die Räuber“ zum Thema eines Bühnenstücks gemacht hat.

Szenen

I,2 / II,3 / III,2 / IV,5 / V,2

 

B) Die Darstellung des Despotismus (willkürliche Herrschaft) in Schillers „Die Räuber“

Das Verhältnis zwischen höherem und niederem Adel

Regierungsprogramm eines Despoten

Obrigkeit und Kirche

Verhältnis von „Herr und Knecht“

Frauen- und Güterraub

Die Erbärmlichkeit eines Despoten

Hauptanklagen gegen die Obrigkeit der Zeit

Möglichkeiten einer Veränderung despotischer Zustände?

- S. 42 f.

- 54

- 69 ff.

- 77 ff.

- 93 - 96

- 85 ff.

- 125-128

Reclam-Text

 

C) Die Bedeutung von Religion und Kirche in Schillers „Die Räuber“

Arten religiöser und weltanschaulicher Auffassungen (christlich, materialistisch, magisch, biologistisch, allgemein ethisch, Schicksalsglaube...)

Einflüsse der weltanschaulichen und religiösen Standpunkte auf das Handeln der Figuren

Verwendung biblischer Bilder und Sprache

Kirche und Obrigkeit

Situation der Verzweiflung - Die Position von Franz

Deutung des Endes von „Die Räuber“ unter dem Aspekt des Themas

Autorintention zum Thema

16-18 / 21 /  40 f. /  53 / 69-75 / 77 / 104 / 111 f. / 117 / V,1 / V,2

Reclam-Text

 

 

IV. Fortführung des Themas im Plenum

 

Nach der Präsentation und Verarbeitung der Gruppenergebnisse werden in einem soziohistorischen Zugriff  Materialien mit historischen und biographischen Hintergrundinformationen erarbeitet, um Bezüge zwischen Epoche, Autor und Text herzustellen. Aus:
Arnold Hauser: Sozialgeschichte der Kunst und Literatur. München: Beck 1969, 616 ff.

Das Räuberbuch. Frankfurt: Roter Stern 1974

Ide, Heinz / Lecke, Bodo (Hg.): Ökonomie und Literatur. Frankf.: Diesterweg 1973

Erlach, Dietrich: Literatur und Geschichte. Düsseldorf: Bagel 1979

 

© G. Einecke - www.fachdidaktik-einecke.de