Lektüre von GANZSCHRIFTEN und Arbeit mit dem LEHRWERK - im Verbund

Ganzschriften - mit dem Lehrwerk: erarbeiten - vertiefen -  kontextualisieren

Ganzschriften - mit dem Lehrwerk: methodenorientiert vorbereiten

Ganzschriften - mit dem Lehrwerk: klausurgerecht bearbeiten

Ganzschriften - mit dem Lehrwerk: zu anderen Epochen, Autoren, Werken und Themen vernetzen

Ganzschriften - mit dem Lehrwerk: selbstständig erarbeiten - für das Abitur wiederholen

Beispiel für ein Schulcurriculum Deutsch Gymnasiale Oberstufe NRW (Zentralabitur 2012 - mit deutsch.kompetent als Leitmedium)

1. Tradition: Im Deutschunterricht der Oberstufe stehen traditionell die Ganzschriften des Literaturunterrichts im Vordergrund; sie sind - neben Themen aus dem Lernbereich "Sprache" - auch der unbedingte Kern der Abiturvorgaben in den Bundesländern. An ihnen  werden im Lernbereich "Literatur" Kenntnisse zu Themen, Autoren, Gattungen, Theorien und Epochen sowie Bezüge zur Gegenwart erarbeitet. Damit verbunden werden analytische, argumentative und gestalterische Aufgabenstellungen, Aufsatzformen und Klausurarten vermittelt und eingeübt. - Die Lehrkraft speist zumeist zusätzlich zu den Lektüren  Informationen zu Arbeitsverfahren und Hintergrundwissen als Arbeitsblätter ein, oft über Kopien aus verschiedenen Lehrwerken. - Andere Lehrkräfte wechseln gezielt zwischen Ganzschriften und Lehrwerks-Kapiteln, wenn ein Lehrwerk im Kurs eingeführt ist.

2. Problem: Ein Lehrwerk kann nicht so angelegt sein, dass es genau die Abiturschwerpunkte und damit bestimmte, festgelegte Ganzschriften - Sternchenthemen / Abi-Kanon - aus jedem Bundesland und in jedem Jahr in den Mittelpunkt stellt, da diese ca. alle 2-3 Jahre wechseln und zwischen den Ländern differieren. So enthält das Lehrwerk Arbeitsansätze zum Umgang mit einer repräsentativen Auswahl an Lektüre-Titeln, an denen exemplarisch Kompetenzen entwickelt werden können, die dann auch im Umgang mit den aktuell anstehenden Ganzschriften einsetzbar sind.  

Streuung der Ganzschriften in Abiturvorgaben verschiedener Länder - im Rahmen spezifischer Themen

Berlin/Brandenburg 2009:  K. Mann: Mephisto; Seghers: Transit; Lessing: Nathan; Lessing: Emilia Galotti

2010: Brecht: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (LK); Brecht: Leben des Galilei (GK); Fontane: Irrungen, Wirrungen (GK); Fontane: Frau Jenny Treibel (LK)

BW 2008: Kleist: Michael Kohlhaas; Schiller: Die Räuber; Kafka: Der Proceß

2009: dito - Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame (statt: Die Räuber)

Hamburg 2010: Büchner: Woyzeck;  Lenz: Der Hofmeister (LK); Shakespeare: Macbeth oder Romeo u. Julia oder Der Kaufmann von Venedig

Hessen 2007/08: Goethe: Faust I; Schiller: Don Carlos; Hoffmann: Der Sandmann; Büchner: Woyzeck; Fontane: Effi Briest; Kafka: Die Verwandlung (LK); Frisch: Homo faber

2009/10: Goethe: Faust I; Schiller: Maria Stuart; Hoffmann: Der Sandmann; Büchner: Woyzeck; Fontane: Irrungen, Wirrungen; Kafka: Die Verwandlung (LK); Chr. Wolf: Medea (LK), Brecht: Leben des Galilei; Mann: Buddenbrooks

NRW 2007/08: Lessing: Emilia Galotti; Fontane: Irrungen, Wirrungen; Schlink: Der Vorleser

2009/10: Schiller: Don Carlos; Büchner: Dantons Tod; Fontane: Effi Briest; Musil: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß; Chr. Wolf: Kassandra (2010 nur LK)  

2011: Schiller: Don Carlos; Büchner: Woyzeck; Kleist: Prinz von Homburg (LK); Fontane: Effi Briest; Schnitzler: Traumnovelle (GK); Schnitzler: Leutnant Gustl (LK); Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras  

2012: Goethe: Iphigenie - Büchner: Woyzeck - Kleist: Prinz von Homburg (LK) - Thomas Mann: Buddenbrooks (LK) - Thomas Mann: Mario und der Zauberer (GK) - Schnitzler: Traumnovelle (GK) - Schnitzler: Leutnant Gustl (LK) - Literarische Beispiele der neuen Sachlichkeit: Romanauszüge / Erzähltexte von Kästner, Fallada, Fleißer oder Keun (LK) - Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras 

NS 2006: Widmer: Top Dogs; Fontane: Mathilde Möhring; Keun: Das kunstseidene Mädchen

2007: Chr. Wolf: Medea; Büchner: Woyzeck

2008: Mann: Felix Krull; Büchner: Woyzeck

2009: Eichendorff: Das Marmorbild; Hauptmann: Die Ratten; Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald

2010: Hauptmann: Die Ratten; Horváth: Geschichten aus dem Wiener Wald; Goethe: Die Leiden des jungen Werther

2011: Kleist: Das Erdbeben in Chili; Die Marquise von O....; Ibsen: Ein Volksfeind; Dürrenmatt: Die Physiker

Sachsen 2010: Anouilh: Antigone (LK); Becker: Jakob der Lügner (LK/GK); Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame (LK); Die Physiker (GK); Grass: Im Krebsgang (LK/GK); Hesse: Der Steppenwolf (LK); Kafka: Die Verwandlung (LK); Mann: Tonio Kröger (GK); Schiller: Maria Stuart (LK); Shakespeare: Hamlet (LK); Sophokles: Antigone (LK/GK)

Sachsen-Anhalt 2008: Fontane: Mathilde Möhring; Schiller: Don Karlos; Roth: Die Kapuzinergruft; Friedrich Wolf: Cyancali

SH 2009/10: Büchner: Woyzeck; Chr. Wolf: Medea  

vgl. auch: Arbeitshilfen zum Zentralabitur (NRW)

3. Lösung: Kompetenzen - An den Ganzschriften sollen nun nicht nur die konkreten, an diesen jeweiligen Text gebundenen Inhalte, Einsichten und Fähigkeiten erarbeitet werden. Vielmehr sollen über die Arbeit an verschiedenen Ganzschriften grundsätzliche Kompetenzen aufgebaut werden, die dann wieder an anderen Texten und in anderen Situationen genutzt werden können. 

Z.B. EPA 2002 nennen die Anforderungen auf mittlerer Abstraktionsebene: 

Untersuchendes Erschließen literarischer Texte - Erörterndes Erschließen literarischer Texte: Literarische Erörterung - Erörterndes Erschließen pragmatischer Texte: Texterörterung - Kenntnis und Fähigkeit zur Entfaltung untersuchender Erschließungsverfahren: textinterne Elemente und Strukturen, textexterne Bezüge (Produktions-, Rezeptions- und Wirkungsbedingungen) - eine differenzierte Dialog-, Moderations- und Präsentationsfähigkeit - Einsichten in literaturgeschichtliche sowie literaturtheoretische Zusammenhänge - Reflexion über Kommunikation - etc.

Im Lehrwerk "deutsch.kompetent" (Hrsg. G. Einecke/M. Nutz. Klett 2009) zeigen die Doppeltitel der Module eines Kapitels neben den thematischen Kernen auch die zu vermittelnden Kompetenzen konkret an: z.B.

Kap. Medien und Sprache → Ein Film für den Kopf - Filmisches Erzählen und Regiekonzepte untersuchen; Literatur in der Medienkonkurrenz - Problemstellungen entwickeln und erörtern; Medien in der Erlebnisgesellschaft - Eine freie Erörterung schreiben

Kap. Sprache und Kommunikation → Du verstehst mich nicht - Kommunikation in literarischen Texten untersuchen; Mediale Inszenierungen - Politische Diskussionen untersuchen; Erinnerung, Mahnung, Appell - Politische Reden analysieren; Schutz der Menschenwürde - Eine Redeanalyse schreiben

Kap. Sprache und Denken → Die Wörter in meinem Kopf - Themenorientiertes Lesen; Sprache, Denken, Welterfahrung - Leistungen von Textsorten; Grenzen der Sprache - Textstrategien untersuchen; Sprachentstehung - Eine Sachtextanalyse schreiben

Kap. Aufklärung → Töchter, Mütter, Väter: Familie im 18. Jahrhundert - Dramendialoge und Szenen erschließen; Frauenrollen und Frauenbilder - Figurenkonzepte im historischen Kontext erschließen; Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch - Genres im Epochenkontext erschließen; Der aufgeklärte Mensch - Dramenszenen analysieren/interpretieren;

Kap. Empfindsamkeit und Sturm und Drang → Briefe empfindsamer Seelen - Epochenbewusstsein entwickeln; Sprache des Herzens - Epochenstile untersuchen; Rebellen und Genies - Epochentypische Figuren und Leitbilder erfassen; Aufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang - Mit Epochenbegriffen kritisch umgehen

Kap. Klassik → Humanität und Autonomie - Einen Konflikt erschließen; Kunst der Form - Die Gestaltungsweise von Dramenszenen analysieren; Harmonie und Herrschaft - Ein Drama im Epochenkontext erschließen; Das Wahre, Gute, Schöne - Einen Interpretationsaufsatz prüfen und überarbeiten

Kap. Romantik → Fantasien und Sehnsüchte - Epochenspezifische Motive und Themen entdecken; Schläft ein Lied in allen Dingen - Die Geschichtlichkeit lyrischer Bilder untersuchen; Verlockung und Rettung - Einen Interpretationsaufsatz überarbeiten

> Die traditionelle, konkrete Arbeit an Ganzschriften - im Curriculum der einzelnen Schulen zumeist an der Abfolge von Epochen, Themen oder/und Gattungen orientiert - erfährt heute neben den behördlich vorgegebenen Abi-Schwerpunkten also eine zusätzliche langfristige Steuerung durch den verpflichtenden Aufbau von Kompetenzen, die verbindlich mit den neuen "Bildungsstandards für die gymnasiale Oberstufe" erst ca. 2012 vom IQB in der Nachfolge von EPA vorgelegt werden (www.iqb.hu-berlin.de/bista  -  www.kmk.org/index.php?id=1277&type=123).

> Zu beachten ist noch, dass i.d.R. die Obligatorik des Lehrplans für den Deutschunterricht der Oberstufe über die reinen Abiturschwerpunkte hinausgeht und die Ganzschriften in ein umfassenderes Unterrichtsgeschehen eingebettet sind. Und gerade für diesen Zweck bietet sich ein Lehrwerk an, das die Kontextualisierung der Ganzschriften, die Einordnung in Epochenzusammenhänge, die Einführung von Methoden und den Aufbau eines Anstaltscurrriculums stützt.

 

4. Einsatzgebiete:

Grundsätzlich ist das Lehrwerk deutsch.kompetent für die Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe vorgesehen, d.h.

Der Einsatz des Lehrwerks in der Qualifikationsstufe dient mit allen Inhalten, Methoden und Kompetenzen der gezielten Vorbereitung auf das Abitur.

Darüber hinaus ist das Lehrwerk bereits in den Übergangsjahrgängen 10 bzw. 11 einsetzbar, wenn man bei der Kapitel- bzw. Modulauswahl darauf achtet, dass man keine für den betreffenden Kurs vorgesehenen Schwerpunktthemen/-lektüren des Abiturs vorwegnimmt, da diese in der Qualifikationsphase zu behandeln sind. 

Für Jg. 10 bzw. 11 ist vor allem an die propädeutischen Kapitel bzw. Module zur Einführung in die Textarbeit und Verfahren auf der Oberstufe zu denken: Analyse von Sachtexten und Kommunikation (S. 54 ff., 76 ff.), von Lyrik (124 ff.), Drama (144 ff.) und Prosa (248 ff.)  sowie grundsätzlich "Zugänge zur Literatur" (S. 8 ff.); außerdem gezielte Nutzung des Gattungslexikons (404 ff.), der Handlungsanleitungen für Klausuren (416 ff.) und ggf. Einarbeitung in Epochen, die in der Qualifikationsphase nicht vorgesehen sind (entspr. Kapitel/Module und Epochenlexikon S. 370 ff.).

(Die Verlage bieten allerdings für Jg. 10 bzw. 11 eigens Lehrwerke für den Zugang in der Oberstufe an.)


Ein Lehrwerk - wie "deutsch.kompetent" - leistet nun in seiner Struktur aus Kapiteln und Modulen die Absicherung des geforderten Kompetenzaufbaus bei den Schülerinnen und Schülern über einen i. d. R. zweijährigen Lernweg hinweg. > Inhaltsverzeichnis: http://www.klett.de/sixcms/media.php/10/350450_inhalt.pdf 

Die im Lehrwerk "deutsch.kompetent" angebotenen Themen, Texte und Kontextmaterialien, die Aufgaben, Kompetenzboxen und Methodenboxen sowie der Anhang, die CD und das verlinkte Online-Angebot lassen sich vielfältig mit der Lektüre von Ganzschriften kombinieren; wenn nicht schon das Lehrwerk selbst als Leitmedium die langfristige Strukturierung des Unterrichts übernehmen soll: z.B. linear nach Kapiteln zu Epochen und Gattungen oder systematisch nach Kompetenzen und Klausurtypen der EPA. 

So funktioniert die Zusammenführung von Themen und Texten - Epochen - Gattungen - Kompetenzen: http://www.klett.de/sixcms/media.php/8/350450_os_funktion.pdf;

vgl. Kompetenzfahrplan: http://www.klett.de/sixcms/media.php/8/350450_os_fahrplan.pdf (unten rechts)

 

Fünf Varianten für den Einsatz des Lehrwerks deutsch.kompetent

1.) Ganzschriften als Ausgangspunkt:

Für die meisten Lehrkräfte stehen im Unterricht die verpflichtenden Lektüren aus den Vorgaben für das Zentralabitur im Vordergrund. Diese werden ausgiebig behandelt, oft zu ausgiebig; dabei sollte jedoch das Vertrauen wachsen, dass die Schülerinnen und Schüler nicht alle Aspekte an nur diesen Texten zu erarbeiten haben, sondern dass sie mit Transferleistungen Aufgaben auch an anderen Texten, Textausschnitten, Kontextmaterialien und sogar an anderen Ganzschriften bewältigen lernen, die mit den zentral vorgegebenen Texten verwandt und ggf. auch zu vernetzen sind.

Ganzschrift 

 Lehrwerk

Angebote einbeziehen, an verwandtem Material erproben, an der Ganzschrift anwenden:

z.T. vorweg, z.T. exkursartig, z.T. nachbereitend  -  hinführend, vertiefend, vernetzend

Thematik / Inhalt;

Gestaltung / Komposition; 

Stil / Sprache; 

weitere Formen;

Aussage / Wirkung; ...

Autor-, Werk-, Epochenbezüge;

Epochenstil;

Theoriediskussion / Poetologie;

Gattungstraditionen; ...

Analyseverfahren:

Erzähltextanalyse, Lyrikanalyse, Analyse dramat. Szenen, Kommunikationsanalyse; Redeanalyse;

Argumentationsverfahren;

Produktionsorientierte Verfahren; etc.

Schreibplanung, Textgestaltung, Textüberarbeitung:

Textanalyse, Textinterpretation, 

Textvergleich,

Erörterung/ Stellungnahme,

gestalterische Aufgaben, ...

 

Online-Recherche,

fachübergreifende Arbeit,

Visualisierungen, Präsentation, Referat, literarische Landkarte, 

Gruppenarbeit,

Projektarbeit,

Expertenpuzzle, etc.

 

z.B.:

Kommunikation in literarischen Texten untersuchen,

Epochentypische Figuren und Leitbilder erfassen,

Figurenkonzepte im historischen Kontext erschließen

Werkimmanenz Kontextmaterialien Fachmethoden Schreibanleitung/Klausur Arbeitsverfahren Kompetenzen

 

Beispiel: Lektüre + Lehrwerks-Module:

Kleist: Michael Kohlhaas (1810)

 Lehrwerk     

deutsch.kompetent (S. xxx)

Thematisierungen: Recht, Gerechtigkeit, Schuld, Obrigkeit, Schutz der Gesetze, Willkür, Ehre,  Selbstjustiz, Rache, Schadensausgleich, Gnade, Vergebung, Versöhnung...

Erzählformen: novellistisches Erzählen (Dingsymbole, Zentralereignis, Vorausdeutungen…) - dynamische Sprache in dramatischen Dialogen -  symbolhafte Sprache (Pferde, Kapsel) -  auktoriales Erzählen mit Kommentaren und Rückblenden - Chronik-/Berichtstil - märchenhafte Elemente (Zigeunerin, eingefügte Briefe) - Schachtelsätze (Komprimierung und Simultaneität)  

als zentrale Stelle:

Das Gespräch zwischen Kohlhaas und Luther

CD-ROM 10 (197);

Online Link (197, 199);

Kleist: Penthesilea (anti-klassisch: 195-99);

Zusammenhang zwischen literarischem Text und Kontexten (207);

Kontexte recherchieren (238);

Nachschlageteil - 

Gattungstraditionen: Novelle (383, 408),

Gattungslexikon "Epik" (408 -11)

Epochenlexikon: Klassik (376 f.), Romantik (378 f.)

Kommunikation in literarischen Texten untersuchen (54-60);

Gespräche analysieren (59 f.);

Dialoganalyse (146 f.);

Stoffe, Motive Handlungsmuster untersuchen (117 f.);

Erzählstrategien untersuchen (252 f.)

einen Interpretationsaufsatz zu einem epischen Text schreiben (268, 418 f.);

eine literarische Erörterung schreiben (279-83, 429)

z.B. vertiefende Vernetzung: Thema Gerechtigkeit (234-39, 240-43, 270-74, 279-283),

Individuum und Gesellschaft (177-184);

 

kontrastierende Vernetzung: Selbsthelfer/Rebell (177-184);

Formen traditionellen und modernen Erzählens (310-20)

z.B.:

Epochenbestimmtheit von Figuren (184);

mit Epochenbegriffen kritisch umgehen: Kleist zwischen Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Frührealismus (185-87);

epische Texte analysieren/Interpretieren (265-69)

Werkimmanenz Kontextmaterialien Fachmethoden Schreibanleitung/Klausur Arbeitsverfahren Kompetenzen

 

 

Beispiel: Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz (1929) - Ganzschrift - Zuordnung zum Einsatz des Lehrwerks deutsch.kompetent:

 http://www.klett.de/sixcms/media.php/66/350450_stpl_ni.pdf  (rot: G.E.)

 

 


2.) Lehrwerkskapitel als Ausgangspunkt:

Mit diesem Zugriff folgt man zunächst den Lernabläufen eines Lehrwerk-Kapitels, das unmittelbar auf eine Ganzschrift hinarbeitet oder aber zu einer verwandten Lektüre führt. Dabei bereitet man exemplarisch - auch an anderen Texten - Autor-, Gattungs- und Epocheninformationen als Kontexte sowie Fachmethoden, Arbeitsverfahren und Kompetenzen für die folgende Ganzschriftenlektüre vor:

                                                                            Lehrwerk                                                                                        

zur Epoche der Ganzschrift, zum Werk, zur Gattung, zum Thema, zu Methoden, zu Kompetenzen - Module auswählen

Ganzschriften

deutsch.kompetent (Klett 2009)

z.B.

Kap. Die Welt noch einmal erschaffen – Realismus (S. 248-269)

 

Modul 1) Figuren in ihrer Lebenswelt - Erzählanfänge erschließen

Erschließen von Erzählanfängen - Orte und Räume - Figuren im Handlungsraum - Erzählverhalten: Wahrnehmung und Gestaltung von Wirklichkeit - Erzählstrategien erfassen

Texte: Georg Büchner: Lenz (1835)

Theodor Storm: Hans und Heinz Kirch (1882)

Theodor Fontane: Irrungen, Wirrungen (1887), 1. Kapitel

 

Modul 2) Liebe und Konvention - Romanausschnitte in ihrem gesellschaftlichen Kontext erschließen

Liebe und Gesellschaft - Instrumentarien des Erzählens - Aussage- und Wirkungsabsichten - Interpretieren unter Einbeziehung historischer und sozialer Kontexte - Auseinandersetzung mit literaturwissenschaftlichen Äußerungen

Texte: Theodor Fontane: Effi Briest (1894) 4./33./36. Kapitel

Theodor Fontane: Theaterkritik zu Hendrik Ibsens Stück Gespenster (1887)

Wilhelm Bölsche: [Hinter der Weltstadt] (1901)

Reinhold Klinge: Die Anpassung des Erzählers an den Zeitgeschmack (1983)

 

Modul 3) Der Gesellschaftsroman im Realismus - Poetologische Konzepte erfassen

Realistisches  Schreiben - Der Gesellschaftsroman im 19. Jahrhundert - Wandlungen im realistischen Schreiben - Erfassen poetologischer Konzepte

Texte: Karl Gutzkow: Vorwort Die Ritter vom Geiste (1850)

Otto Ludwig: Der poetische Realismus (um 1860)

Theodor Fontane: Unsere lyrische und epische Poesie seit 1848 (1853)

Paul Heyse: Vorwort zur Anthologie Deutscher Novellenschatz (1871)

Theodor Fontane: Was soll ein Roman? Rezension des Romans Die Ahnen von Gustav Freytag (1875)

 

Modul 4) Verblichene Hoffnungen - versäumtes Glück -  Epische Texte analysieren/interpretieren

Unstandesgemäße Liebe - Interpretieren eines epischen Textes - Berücksichtigung erzähltechnischer Mittel - Einbindung in den Epochenkontext

Texte: Theodor Storm: Posthuma (1851)

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+ Kap. Ein Film für den Kopf - Filmisches Erzählen und Regiekonzepte untersuchen (S. 32-38)

Filmsequenzen untersuchen – Regiekonzepte erschließen – Funktionen filmsprachlicher Mittel erkennen und beurteilen - Filme interpretieren

Filme – Fontane / Fassbinder: Effi Briest

 

 

Fontane: Effi Briest

Fontane: Irrungen, Wirrungen 

Fontane: Mathilde Möhring

Fontane: L'Adultera

Storm: Hans und Heinz Kirch

Keller: Romeo und Julia auf dem Dorfe

Raabe: Die Chronik der Sperlingsgasse

Raabe: Der Hungerpastor

...

Flaubert: Madame Bovary

 

Kontrastiv:

Gutzkow: Wally, die Zweiflerin

Schnitzler: Traumnovelle

Ibsen: Nora

 

 

 

 


3.) Klausurvorbereitung im Zentrum:

Die in der Oberstufe und im Abitur geforderten Klausurarten (z.B. NRW), die nach EPA bundesweit geforderten Aufsatzformen, können über einzelne Kapitel und Module des Lehrwerks gezielt eingeführt und trainiert werden. Sie lassen sich in der Art eines Spiralcurriculums über die ganze Oberstufe hinweg aufbauen, an verschiedenen Texten und Kontexten üben, so dass die Schülerinnen und Schüler Handlungswissen für ihre Schreibplanung und Textüberarbeitung gewinnen. Die an unterschiedlichen Texten exemplarisch eingeübten Schreibverfahren wären dann in die Arbeit an den vorgegebenen Ganzschriften einzubauen. Ggf. reicht es auch, in die Ganzschriftenlektüre nur die Schreibanleitungen der Kompetenzboxen und des Anhangs aus dem Lehrwerk einzubeziehen.

Übersichten aus: deutsch.kompetent Klett 2009

Dabei ist daran zu denken, dass nicht in jeder Klausur vor dem Abitur alle Schritte und Teilkompetenzen zu den einzelnen Klausurarten eingefordert werden müssen, sondern dass sie nach und nach einzuüben sind. 

Außerdem ist zu beachten, dass die Aufgabenstellungen oft aus zwei Teilaufgaben bestehen, deren erste sich unmittelbar der Textvorlage zuwendet, während die zweite Vernetzungen zu Themen/Texten aus einem anderen Kurshalbjahr einfordert, z.B. durch Vergleich, Erörterung o. ä.

Konkrete Anleitungen und Hilfen finden sich in den Kompetenzboxen der einzelnen Lehrwerksmodule (gelb für das Erschließen und Analysieren / Interpretieren / Erörtern...; blau für das Schreiben und Überarbeiten).

Übersichtliche Handlungsanleitungen im Anhang zu den Schreibaufgaben: S. 416-429.


4.) Vertiefung, Erweiterung und Vernetzung als Anliegen: 

Nach EPA 2002 gilt: „Unbeschadet einer prüfungsdidaktisch erforderlichen Schwerpunktbildung dürfen sich die von der Schülerin bzw. vom Schüler zu bearbeitenden Aufgaben nicht auf die Sachgebiete eines Kurshalbjahres beschränken.“ (KMK-Vereinbarung über die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II vom 7.7.1972 i.d.F. vom 16.6.2000, § 5 Abs.4) Unter Einbeziehung von Grundkenntnissen und –fertigkeiten früherer Jahrgangsstufen muss die Gesamtheit der in der Oberstufe vermittelten Ziele, Inhalte und Methoden für die Abiturprüfung zur Verfügung stehen.

Das führt dazu, dass i.d.R. eine Aufgabenstellung im Abitur zwei Teilaufgaben beinhaltet, auch wenn sich nicht alle Bundesländer an diese KMK-Vorgabe halten! (Eine Vereinheitlichung ist mit den kommenden Bildungsstandards SII zu erwarten.) 
Von den zwei Teilaufgaben wendet sich die erste unmittelbar der Textvorlage zu, während die zweite Vernetzungen zu Themen/Texten aus einem anderen Kurshalbjahr einfordert, z.B. durch Vergleich, Erörterung o. ä. - Es geht also darum, in der Klausursituation Vorwissen zu aktivieren und einzubringen, dessen Aspekte und Umfang  sowohl von der Formulierung und dem Operator des zweiten Aufgabenteils als auch von den Ergebnissen aus der Hauptaufgabe im ersten Aufgabenteil gesteuert werden.

Neu! Wohl weil viele Bundesländer diese Vorgabe der KMK nicht einhalten, hat nun auch das Schulministerium (MSW) NRW folgende veränderte Regelung erlassen (3.9.2009):
• Die Aufgabenvorschläge sollen sich auf mindestens zwei Vorgaben beziehen, d.h. sie sind nicht mehr kursübergreifend, sondern themenübergreifend angelegt. In der Regel wird der zweite Aufgabenteil den primären Auftrag der Textanalyse erweitern.
• Im Einzelfall kann ein Aufgabenvorschlag sich auch nur auf eine Vorgabe beziehen. Entscheidend ist dabei, dass Thema und Aufgabenformulierung insgesamt einen angemessenen Komplexitätsgrad haben, so dass die Bearbeitung der Aufgabe Kenntnisse wenigstens eines weiteren Fachthemas verlangt. Als verbindliche Grundlage für solche – über die Vorgaben hinausgehenden – Bezugsthemen ist die generelle Obligatorik des Lehrplans Deutsch Sek II anzusehen (vgl. bes. die Übersicht auf S. 35).
• Die Aufgabenstellung besteht in der Regel aus zwei Teilaufgaben, in Einzelfällen können auch drei Teilaufgaben angemessen sein.

Das Lehrwerk deutsch.kompetent bietet daher auch die Einübung der Vernetzung in der Aufgabenabfolge der einzelnen Kapitel/Module:

Kompetenzentwicklung (= Aufgaben unmittelbar zu den Texten/Kontexten und den angestrebten Kompetenzen)

Arbeitsanregung (= detailliertere Zugriffe, Ausweitungen, Differenzierungen im Anspruch...)

Kompetenzbox (= kognitive Ergebnisse, Arbeitsverfahren, Teilkompetenzen transferierbar auf den Punkt gebracht)

Auswertung (= Überprüfung, Bewertung, Anwendung des erreichten Wissens, der Fertigkeiten...)

Vernetzung (= Einbeziehung verwandter Texte, Anwendung des Erarbeiteten auf Material anderer Kapitel, Transfer auf neue Texte/Kontexte im Unterricht)

Für die fachliche Fundierung der Vernetzung lässt sich darüber hinaus vor allem das Epochenlexikon im Anhang (S. 370-391) gezielt nutzen, da die zweite Teilaufgabe oft Texte aus anderen Epochen einbezieht, die zur Textvorlage der Klausur im Verhältnis der (inhaltlichen oder/und gestalterischen) Verwandtschaft oder aber des Kontrastes stehen.


5.) Stützung des selbstständigen Lernens und der Abiturvorbereitung:

Das Lehrwerk ist auch von den Schülerinnen und Schülern gut selbständig zu nutzen,

Einer selbstständigen Vertiefung dient auch 

- die dem Lehrwerk beigefügte CD-ROM mit Ergänzungstexten, Audio- und Videodateien sowie Arbeitsblättern

- der zum Lehrwerk gehörende Online-Auftritt zu deutsch.kompetent bei Klett - s. Online-Link-Nummern im Lehrbuch - mit weiteren Materialien, mit einem Autorenlexikon etc.

Der selbständige Umgang mit dem Buch ist auch günstig, wenn man sich einen Überblick über die literarischen Epochen und darin typische Texte, Autoren, Gattungen, Themen, Theorien, Fragestellungen etc. verschaffen will. - In diesem Fall kann man auch deduktiv von den Epochenkapiteln des Epochenlexikons im Anhang (S. 370-391) ausgehen und sich denn den Aufgaben in den entsprechenden Kapiteln/Modulen zuwenden.

Selbständig kann auch die Vorbereitung auf Klausuren erfolgen: s. zu 3. und 4.


vgl. auch: deutsch.kompetent - Lehrwerk für den Oberstufenunterricht 2009

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