Betonreliefs - Kunst am Bau der 60er und 70er Jahre

Henry Moore, Mauerwerk mit Relief, Bouwcentrum, Rotterdam

Ödön Koch, Wandrelief aus Beton,  Universität Zürich

In den 60er Jahren - als das sogenannte 'Moderne Bauen' an Bedeutung gewann - wandelten sich die Vorstellungen. Die funktionale, moderne Formensprache der Architektur [...]  ließ ein disparates Verhältnis zwischen Architektur und bildender Kunst entstehen: Die Architektur gehorchte nunmehr vornehmlich den Vorgaben der Rationalität und Funktionalität, während die 'Kunst am Bau' der Zweckbindung zuwiderlief und stattdessen der 'Individualität' als Maxime folgte. Es entstand eine Wechselspannung zwischen dem Pragmatismus der modernen Architektur und der Poesie der 'Kunst am Bau', die zur damaligen Zeit allerdings als eine fruchtbare Kontroverse verstanden wurde.  Grundlegend war dabei ein Verständnis, das beiden Bereichen ihre jeweilige Wirkung und Funktion zubilligte.

Einen neuen geschichtlichen Höhepunkt erfuhr die 'Kunst am Bau' zu Beginn der 70er Jahre, als die Bausünden der Städteplanung offenkundig wurden. Die verkehrsgerechte Stadt (Hannover), die reine Funktionalität der modernen Stadt konnten nicht mehr die allein seligmachenden Prinzipien der Stadtplanung darstellen, hatte sie doch letztlich zu einer Unwirtlichkeit (Alexander Mitscherlich) des urbanen Lebensraumes geführt. Unter dem Stichwort der 'Umweltgestaltung' wollte man die Sozialverträglichkeit von Plätzen, Siedlungen und öffentlichen Bauten dadurch garantieren, dass man den öffentlichen Raum als "Kommunikationsterrain und Bereich sozialer Nutzung" (Elisabeth Dühr) wiederentdeckte und in diesem Zuge die von den Bauprojekten betroffenen Bürger in die Planungen mit einbezog.   [in: http://www.ruhr-uni-bochum.de/kuba/index.htm - 15.11.2006]

 

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